Den Mann mit dem Dackel beißen die Hunde

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OB-Kandidat Wolf sah 1999 noch optimistisch drein, der Leih-Dackel bereits resigniert

München - Aribert Wolf wollte als OB der "Leitwolf" der Münchner werden. Jetzt verliert er wohl als letztes CSU-Amt seinen Kreisvorsitz.

Von CSU-Bezirkschef Singhammer wurde Aribert Wolf 1999 als „geborener Kandidat“ gepriesen. Der Sieg gelang ihm nicht – trotz des Plakats mit einem treu blickenden Leihdackel – und auch danach gingen die meisten Pläne des Ex-Hoffnungsträgers nicht auf. Jetzt sieht es so aus, als würde der 51-Jährige als letztes Amt den Kreisvorsitz im Münchner Südwesten verlieren: Drei der fünf Ortsverbände gehen ihm von der Stange – offiziell aus strukturellen Gründen.

Bezirkschef Otmar Bernhard hat die Anträge auf Umgliederung in benachbarte Kreisverbände schon vor Monaten er­halten hat. Er sieht keine andere Möglichkeit, als den KV Südwest aufzulösen. Die verbleibenden Ortsverbände Hadern und Gern stehen zu Aribert Wolf, grenzen aber nicht an­einander. Ein Leitwolf ohne Rudel, oder: Den letzten beißen die Hunde.

König ohne Land: Aribert Wolf kennt die Situation. 2002 wurde der Bundestagswahlkreis München-Mitte, den er seit 1998 als Listenabgeordneter in Bonn vertreten hatte, mit München-West vereinigt. Den neuen Superstimmkreis bekam Hans-Peter Uhl. Peter Gauweiler schnappte sich den vakant gewordenen Wahlkreis im Süden. Wolf hatte das Nachsehen. Am 18. Oktober will der Bezirksvorstand über die Zuschnitte der Kreisverbände entscheiden, weil die Gliederungen seit der Reform 2002 nicht mehr mit den Wahlstimmkreisen kompatibel sind. Umtrittswünsche anderer Ortsverbände gibt es aber nicht.

Wolf hat um Aufschub gebeten, um am 21. Oktober mit seinen Mitgliedern zu beraten. Bernhard will einen Beweis, dass Wolf wirklich zu diesem Treffen einlädt, sonst wird am 18. entschieden.

BW

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