Mehrere Messerstiche

Mord an Sampre (29): Mann erhält lebenslänglich

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Das Mordopfer.

München - Das Münchner Schwurgericht hat am Freitag Taifoun A. (35) zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Ehemann hat seine getrennt lebende Frau Sampre (29) ermordet.

Wegen Mordes an seiner getrennt lebenden Frau ist der 35-jährige Taifoun A. in München zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht stellte am Freitag zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der Mann nicht nach 15 Jahren Haft freikommen. Er hatte 2013 die Mutter von zwei gemeinsamen Söhnen am Eingang ihres Wohnhauses mit mehreren Messerstichen getötet. Vier Monate zuvor hatte das Opfer gegen ihn nach wiederholten Gewalttätigkeiten ein Kontaktverbot erwirkt. „Es ist eine schaurige Feststellung, dass deutsche Behörden nicht in der Lage waren, sie vor ihrem Mann zu schützen“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne.

Das Urteil entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung, die auf eine zeitlich begrenzte Strafe wegen Totschlags plädiert hatte, wird voraussichtlich Revision einlegen. Anwalt Michael Adams hatte sich auf die Angaben des Angeklagten gestützt. Demnach geschah die Tat „spontan“. Der 35-Jährige habe seine Frau nur „beeindrucken und ängstigen“ - nicht töten - wollen.

"Klima der Angst"

Nach Höhnes Überzeugung war das Geständnis des Angeklagten „von taktischen und egoistischen Erwägungen geprägt“. Der Richter schilderte in der Urteilsbegründung das „Klima der Angst“, das der Angeklagte bewusst geschaffen habe.

Die Eltern von zwei jetzt sieben und acht Jahre alten Söhnen kamen 2010 wegen der Wirtschaftskrise in Griechenland nach München. Nicht erst hier war laut Beweisaufnahme die Ehe von Streit und Tätlichkeiten des Mannes geprägt. Weil der Angeklagte nur unregelmäßig arbeitete und das Geld für Cannabis und an Automaten ausgab, brauchte das Paar staatliche Hilfe.

Spätestens 2013 war die Ehe völlig zerrüttet. Der Mann zog zu seiner Schwester, fand sich aber mit der Trennung nicht ab. Er kam immer wieder in die Wohnung, schlug und bedrohte seine Frau, zertrümmerte die Einrichtung. Das spätere Opfer erwirkte beim Familiengericht ein Kontaktverbot; er hielt sich nicht daran und zeigte überdies die von Zeugen als liebevolle Mutter geschilderte 29-Jährige wegen Misshandlung ihrer Kinder an.

Die junge Frau löschte ihr Facebook-Profil, gab alle Sozialkontakte auf, verließ das Haus nur noch, um die Söhne in die Schule und den Kindergarten zu bringen. Am 14. Oktober 2013 lauerte ihr der Mann bei ihrer Rückkehr im Treppenhaus auf - mit einem Küchenmesser im Ärmel. Ein Stich durchtrennte die Herzkranzschlagader, das Opfer verblutete binnen Minuten. Die Söhne sind laut Urteil zwar bei den Großeltern mütterlicherseits in Griechenland „in geordneten Verhältnissen“, aber bis heute traumatisiert. Der jüngere Sohn „macht sich selbst Vorwürfe, seiner Mutter nicht geholfen zu haben“.

dpa

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