Teurer Spaß für den Dauerparker

Mann holt Auto nach 9½ Jahren aus Tiefgarage

München - Vor zwei Monaten hatten wir berichtet, wie ein Münchner sein Auto vor neuneinhalb Jahren in einer Parkgarage abgestellt und nie wieder abgeholt hatte. Was ist eigentlich aus der ganzen Sache geworden?

Wir haben mit Claus Schnell, dem Geschäftsführer der Hacker-Saturn-Garage, über die Geschichte gesprochen. Das Interview:

Herr Schnell, vor zwei Monaten gab es Aufregung um einen Mitsubishi Colt, der seit November 2003 in der Hacker-Saturn-Garage geparkt ist und bei dem sich die Gebühren mittlerweile auf 7461,30 Euro belaufen. Damals hieß es, die Halterin weigere sich, das Auto wieder mitzunehmen. Und wia schaut’s aus, steht der Wagen noch immer bei Ihnen?

Claus Schnell: Nein, er wurde abgeholt.

Im Ernst?

Schnell: Ja. Allerdings war die Frau, von der zunächst die Rede war, nicht die Halterin. Auf sie kam man, weil ins Auto reinfotografiert wurde und da Unterlagen mit ihrem Namen zu sehen waren. Der Halter war jedoch ein anderer.

Und was hat er dann gemeint, als Sie mit ihm das erste Mal Kontakt hatten?

Schnell: Wir haben vereinbart, dass wir wegen des Medienrummels da in der Öffentlichkeit nicht groß darüber sprechen. Deswegen sage ich auch nichts zur Identität des Mannes. Für mich ist das letztendlich ein normaler Parkvorgang wie jeder andere. Einer zieht an der Schranke ein Ticket und fährt rein. Damit beginnt die Parkzeit. Ob er eine Stunde parkt oder neuneinhalb Jahre, kann mir auch egal sein. Es geht nur darum, dass jeder auch die fällige Parkgebühr zahlt.

Der Mann hat die Summe bezahlt?

Schnell: Ja.

Und das bei einem Wagen, der nur noch einen Bruchteil der Parkgebühr wert ist? Sie hatten selbst gesagt, das Auto habe nur noch Schrottwert …

Schnell: Die Frage, die sich für mich stellt, ist ja vielmehr: Hat der Mieter so viel Geld, um die Miete zu zahlen? Und ab welchem Zeitpunkt muss ich die Miete gerichtlich eintreiben? Natürlich habe ich die Möglichkeit, bei der Schufa nachzufragen, ob der Mieter solvent ist. Das ist immer eine Einzelgeschäftsbeurteilung. Einen Günter Netzer würde ich jetzt nicht ins gerichtliche Mahnverfahren schicken. Ich hätte den Mieter vermutlich erst so ab 10 000 Euro gemahnt.

Gut, also er hat gezahlt. Und was dann?

Schnell: Dann haben wir ein wenig Luft in die Reifen getan, dann fuhr er raus.

Mit seinem alten Parkticket?

Schnell: Nein, das hat er nicht mehr gefunden. Er bekam von mir einen Ausfahrtschein.

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