In Isar festgefroren: Er rettet 49-Jährigen

Retter Thomas F.

München - Passanten bemerkten in den Abendstunden einen Mann in der Isar und alarmierten die Feuerwehr. Ein Herausziehen war nicht möglich, da der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits am Eis des Ufers angefroren war.

München Ein glücklicher Zufall und das beherzte Eingreifen dreier Passanten rettete einem Münchner (49) am Donnerstag das Leben. Um 18.15 Uhr hörte ein Spaziergänger bei eisiger Kälte nahe der Maximiliansbrücke leise Hilferufe – aus der Isar!

Zu seinem Entsetzen entdeckte er einen Mann, der sich unerreichbar in der Strömung an die Fischtreppe klammerte. Kurz darauf radelte der Redakteur Thomas F. (44) auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz beim Carl Hanser Verlag in Bogenhausen an der Unfallstelle vorbei. „Wir haben sofort die Feuerwehr angerufen. Mein Mitstreiter ist auf die Brücke gerannt, um die Rettungskräfte einzuweisen. Ich bin so nahe wie möglich zu dem Mann gegangen. Ich wollte ihn ermuntern, die Fischtreppe loszulassen und sich von der Strömung in flacheres Wasser treiben zu lassen. Dort hätte ich ihn vielleicht zu fassen gekriegt.“

Doch der Mann konnte nicht mehr loslassen. Er war mit dem Ärmel am Stein festgefroren! Mittlerweile war ein dritter Mann zu Hilfe geeilt: „Wir haben versucht, ihm einen Ring zuzuwerfen, ihm ein bisschen Sicherheit zu geben und ihn vor allem wach zu halten.“ Zwei Feuerwehrtaucher in Spezialanzügen ließen sich zu ihm hinunter, schlugen ihm das Eis vom Ärmel und zogen den mittlerweile lebensgefährlich unterkühlten Mann mit vereinten Kräften ans Ufer. Mit einer Körpertemperatur von nur noch 30 Grad Celsius brachte ihn der Notarzt in die Klinik. Am Freitag lag er noch auf der Intensivstation.

Aber: Er wird überleben. Wie er in die Isar geriet, konnte noch nicht geklärt werden, Thomas F.: „Ich wünsche ihm alles Gute. Und ein Riesenlob für die Münchner Feuerwehr.“

Auch in Feldkirchen (Landkreis München) retteten Polizisten Freitag früh um 6 Uhr einem völlig unterkühlten Mann (58) das Leben. Der Mann aus der Oberpfalz hatte in seinem Kleintransporter geschlafen und war bereits stark unterkühlt und verwirrt, als die Polizisten an seine Scheibe klopften. Den Beamten war das von innen stark vereiste Fahrzeug aufgefallen.

Dorita Plange

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