Mann prügelt Frau ins Koma: Jetzt packt ihre Freundin aus

München - In der Nacht auf den 1. Dezember 2010 soll Herbert W. seine damalige Freundin beinahe totgeprügelt haben. Die 41-Jährige liegt seither im Wachkoma. Jetzt spricht ihre Freundin.

„Er ist das Beste, was mir je passiert ist.“ Das hat Veronika E. ihrer Freundin über den Neuen an ihrer Seite erzählt. Nur wenige Stunden vor der Tat, wegen der sich dieser Mann seit Montag vor dem Schwurgericht München zu verantworten hat. Die Anklage lautet: Mordversuch. In der Nacht auf den 1. Dezember 2010 soll Herbert W. seine damalige Freundin beinahe totgeprügelt haben. Die 41-Jährige liegt seither im Wachkoma.

„Sie hat ihn nur angehimmelt“, berichtet die Freundin des Opfers, eine Lehrerin, am Mittwoch vor Gericht. Am Tag vor der Tat sei Veronika E. bei ihr gewesen. Die Frauen hätten Sekt getrunken und Musik gehört. Gegen 18 Uhr sei Herbert W. vorbeigekommen. „Ich habe ihn damals zum ersten Mal gesehen“, berichtet Jutta S. Anfangs habe sie ihn zwar als angeberisch, aber noch als freundlich eingeschätzt. „Dann fand ich ihn primitiv und unmöglich.“

Seit Veronika E. den Angeklagten kennengelernt hat, habe sie sich „wie ein Pennäler“ benommen. „Sie war chaotisch und unkontrolliert“, sagt Jutta S., die ihre Freundin ansonsten als „sehr liebenswert, unheimlich offen, aufgeschlossen, ehrlich und immer lustig“ beschreibt. Ein gemeinsamer Freund habe ihr berichtet, dass Veronika und ihr Neuer sich fast ausschließlich mit Alkohol und Kokain vergnügt hätten.

Bereits bevor sie Herbert W. erstmals gesehen hat, habe Veronika ihr gesagt, dass ihr Freund seine Ex-Frau verprügelt habe und sich auch seiner Ex-Freundin und dem gemeinsamen kleinen Sohn nicht mehr nähern dürfe. „Ich habe sie gefragt: ‚Was willst du mit dem Schläger?‘ Sie reagierte aber nicht.“

An jenem Abend dann habe sie mitbekommen, wie Herbert W. ihre Freundin heftig geohrfeigt habe. „Er hatte sich in Rage geredet“, erinnert sich Jutta S. „Er hat gemeint, wir würden Vronis Ex-Freund verherrlichen.“ Nach der Ohrfeige habe sie selbst Angst vor dem Angeklagten bekommen und das Paar nach Hause geschickt.

„Sie hat mich dann 20 Minuten später angerufen und gesagt, dass sie gut nach Hause gekommen sind“, berichtet Jutta S. weiter. „Ich hatte kein gutes Gefühl und habe mit meinem Freund telefoniert“, sagt Jutta S. „Ich habe ihm noch gesagt: Irgendwann wird er sie auch verprügeln.“

Dies soll kurz darauf der Fall gewesen sein: Immer wieder soll Herbert W. mit den Fäusten auf das Gesicht, den Kopf und den Körper seiner Freundin eingeschlagen haben. Blutüberströmt und bewusstlos soll er sie dann ins Bett gelegt und die Wohnung verlassen haben. Veronika E. rief am nächsten Tag den Notarzt. In der Klinik diagnostizierten die Ärzte neben zahlreichen anderen Verletzungen eine Gehirnblutung. Seit einem Jahr liegt Veronika E. im Koma. Eine Besserung, sagt ihr Rechtsanwalt Marc Zinka, sei nicht in Sicht.

Herbert W. bestreitet indes vehement, seine damalige Freundin geschlagen zu haben. Sie sei betrunken gestürzt und „am Boden herumgefallen“. Diese Version jedoch passt nicht zu den Verletzungen des Opfers. Der Prozess geht am 11. Januar weiter.

Bettina Link

Rubriklistenbild: © dpa

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