Mann wollte Radl-Rambo stoppen

Jetzt muss er doch nicht zahlen

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Philip D. zeigt der tz an der Unfallstelle sein demoliertes Fahrrad.

München - Der Mann, der am 30. August 2011 einen Geisterradler stoppen wollte und dafür auch noch blechen sollte, muss nun doch nicht zahlen - ganz im Gegenteil.

Er wollte einen Geisterradler stoppen und sollte noch 500 Euro Strafe zahlen: Jetzt stand Philip D. vor Gericht. Der Vorwurf: „fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung“. Doch die Anklage gegen ihn wurde fallen gelassen!

Philip D. sitzt ruhig auf seinem Stuhl im Sitzungssaal A36 des Amtsgerichts und erklärte dem Richter seine Sicht des Unfalles vom 30. August 2011 auf der Denninger Straße. Der Geisterradler habe eindeutig Schuld, habe böswillig versucht, seine Hand wegzuschlagen. Dann sei es zu dem schlimmen Crash gekommen.

Münchens kuriose Radlfallen

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Nach ihm trat Geisterralder Christian R. (34) in den Zeugenstand. Er gab zu, auf der falschen Seite gefahren zu sein. Und ja, er sei nach dem Unfall einfach davongefahren ohne sich zu kümmern. An den Hergang erinnerte er sich so: „Ich habe eine schnelle Handbewegung gesehen und dann aus Reflex mit meiner linken Hand versucht sie abzuwehren. Durch die Berührung unserer Hände sind wir dann ineinander gekracht.“

Die Zeugin Astrid H. (34) entlastete den Angeklagten: Sie sei sich sehr sicher, keinen nach links ausgetreckten Arm von Philip D. gesehen zu haben. Diese Aussage nahm der Richter schließlich als Anlass, das Verfahren einzustellen. Es handle sich um keine „fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung“.

Damit bleibt Philip D. die angedrohte Strafe von 500 Euro erspart. Vielmehr noch: Wahrscheinlich bekommt der Verlags-Angestellte nun sogar Schmerzensgeld zugesprochen.

Der Richter in seinem Urteil: „Man könnte jeden zweiten Radlfahrer in München anhalten und bestrafen. Aber es ist nicht die Aufgabe der Bürger für Recht und Ordnung zu sorgen, sondern die der Polizei.“ Philip D. ist froh, dass die Angelegenheit jetzt vorbei ist: „Ich finde das Urteil zwar vernünftig, aber ich hätte sowieso nie gezahlt und wäre bis an mein Lebensende in Revision gegangen.“

Antonia Trützschler

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