Er gesteht teilweise

Mann schlägt Frau wegen Lappalie mit Nudelholz blutig

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Ioanel B. gestand einen Teil der Prügelvorwürfe ein.

Ein Mann prügelt auf seine Freundin so heftig mit dem Nudelholz ein, dass selbst ihre Freunde sie kaum erkennen. Vor Gericht führt er einen nichtigen Grund an.

München - Viola K. ist selbst für ihre Freunde kaum noch erkennbar gewesen – so schlimm war sie verprügelt worden. Ihre Augen waren so geschwollen, dass sie sie nicht mehr öffnen konnte. Die Verletzungen so heftig, dass sie zwei Wochen lang nicht mehr die Wohnung verlassen konnte. „Er hat mich windelweich geprügelt“, sagt Viola K. „Wenn er trinkt, ist er leider ein anderer Mensch.“

Er, das ist Ioanel B. – und auch die Trunksucht wird ihn wohl nicht vor einem harten Urteil schützen. Seit gestern wird ihm am Amtsgericht der Prozess gemacht. Weil er Viola K. insgesamt dreimal schwer verprügelt haben soll, hat ihn die Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Denn er hatte nicht nur mit den Fäusten zugeschlagen, sondern mutmaßlich auch mit einem Nudelholz und einer Bierflasche. Laut Anklage soll er außerdem geschrien haben: „Ich weiß, wo die Schwachstellen in deinem Körper sind. Ich prügle dich so hart, dass du wie ein Wurm kriechen wirst.“

„Habe sie nur geschlagen, damit sie endlich die Klappe hält“

Einen Teil der Vorwürfe gesteht der Schlachthof-Mitarbeiter über seine Verteidigerin Heidi Pioch. Und sagt selbst: „Sie hat ständig gequatscht und war eifersüchtig. Ich habe sie nur geschlagen, damit sie endlich die Klappe hält.“

Im Frühsommer 2014 hatten die beiden sich über einen Kollegen kennengelernt. Damals war Viola K. gerade nach München gekommen – ohne Geld, ohne Wohnung. Ioanel B. bot seine Hilfe an und nahm sie später bei sich auf. Zwischen beiden entwickelte sich eine Beziehung. Doch Ioanel behandelte Viola zunehmend schlechter – und wurde schließlich brutal. „Er akzeptierte meine Meinung nicht und fing an, mich zu schlagen“, sagt sie aus. „So fest er konnte, bis ich blutete. Mein ganzes Gesicht war blau. Aber ich habe mich nicht getraut zum Arzt zu gehen.“ Bis heute, so scheint es, sind die Verletzungen rund um die Augen nicht komplett ausgeheilt. Viola K. will darüber nicht sprechen. Sie lächelt nur gequält: „Mir geht es heute wieder gut.“

Viola K. sagte mutig gegen den Schläger aus.

Richter Schmitt unterbricht Prozess überraschend

Das fällt schwer zu glauben. Im Prozess bricht K. mehrfach in Tränen aus, als sie von den Attacken berichtet. Während ihrer Aussagen sitzt sie nur wenige Meter von dem Angeklagten entfernt, der teilnahmslos mit den Schultern zuckt.

Nach nur zwei Stunden unterbricht Richter Sebastian Schmitt den Prozess überraschend. Die Staatsanwaltschaft will einen Rechtsmediziner für den Prügelfall hinzuziehen, um die Verletzungen und deren Folgen genauer einschätzen zu können. Zudem, so der Wunsch der Anklagebehörde, soll der Prozess nun zum Schöffengericht verlegt werden. Mit bis zu vier Jahren Haft ist dort ein höherer Strafrahmen möglich als in der Einzelrichtersitzung, die mit höchstens zwei Jahren Haft enden kann.

Keine guten Aussichten also für Ioanel B., der nicht in Untersuchungshaft sitzt. Er verlässt das Gericht an diesem Dienstag noch als freier Mann. Das könnte sich bald ändern.

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