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Mann setzt Profi-Killer auf Ex-Frau an

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Zunächst versuchte Norbert A., zwei Berufsverbrecher aus Ungarn zu engagieren.
Zunächst versuchte Norbert A., zwei Berufsverbrecher aus Ungarn zu engagieren. © ebu

München - Seine Ehefrau Naomi war mit seinem Chef Heinz B. durchgebrannt, sie ließ sich scheiden. Deshalb beschloss Norbert A. (31), dass beide sterben sollten.

Er wollte noch fetten Profit aus dem Verbrechen ziehen: Ohne ihr Wissen schloss der Finanzberater drei Risiko-Lebensversicherungen über insgesamt 770.000 Euro auf ihren Namen ab und trug sich selbst als Begünstigten ein. Um nicht selbst in Mordverdacht zu geraten, sollten Killer das blutige Geschäft für ihn erledigen...

Zunächst versuchte Norbert A., zwei Berufsverbrecher aus Ungarn zu engagieren. Adrian C. und Aslan M. gehören einer Bande an, die weltweit mit Drogenhandel, Erpressungen und Auftragsmorden agiert. Die beiden Ganoven dachten aber nicht daran, den Auftrag auszuführen. Dafür erpressten sie ihn, forderten 50 000 Euro Schweigegeld.

Norbert A. gab nicht auf. Nun engagierte er drei Jugendliche aus Regensburg als Killer, rüstete sie mit Messern sowie mit einem Kabel zum Erdrosseln der Opfer aus. Dreimal fuhr das Trio von Regensburg nach München, jedesmal ging es schief. Zuletzt war nur noch Konrad N. bereit, für 50.000 Euro Killer-Lohn die Tat auszuführen. Alleine. Am 4. November 2002 lauerte er Naomi A. vor ihrer Wohnung. Er schlug ihr mehrfach kräftig auf den Hinterkopf. Doch das Opfer brach nicht wie erwartet zusammen, sondern wehrte sich und schrie aus Leibeskräften. Der Killer ergriff darauf die Flucht. Im Zuge der Ermittlungen damals wurde dem Auftraggeber Norbert A. der Boden zu heiß in Deutschland. Denn die Polizei wusste inzwischen, dass er die Lebensversicherungen abgeschlossen hatte. Norbert A. flüchtete nach Ungarn. Dort wurde er selbst zum Mörder: Im Streit erstach er den ungarischen Staatsangehörigen Zsolt J. Ein ungarische Gericht verurteilte ihn deshalb zu 13 Jahren Haft.

Vergangenen Dezember lieferten die ungarischen Behörden den Verbrecher aus. Seit Montag muss er sich nun in München vor dem Schwurgericht wegen Anstiftung zum Mord verantworten. Über seinen Verteidiger legte er ein Geständnis ab, will aber keine Detailfragen beantworten. Vorsitzender Richter Manfred Götzl wies den Angeklagten schon darauf hin, dass ihm die Sicherungsverwahrung droht. Der Prozess ist bis Mitte August terminiert.

Eberhard Unfried

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