Mann stürzt kopfüber vor S-Bahn - und überlebt

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Metallbauer Josef O. (36)

München - Mehr als nur einen aktiven Schutzengel hatte am Dienstag ein Mann an der S-Bahn-Station Leuchtenbergring: Er stürzte kopfüber vor den einfahrenden Zug - und überlebte.

Eigentlich müsste Metallbauer Josef O. (36) aus Neumarkt St. Veit (Landkreis Mühldorf) an jedem 2. August künftig ein zweites Mal Geburtstag feiern. Wenn er nur wüsste, wieso. Denn er kann sich an absolut nichts mehr erinnern: Vor den Augen entsetzter Zeugen stürzte der 36-Jährige am Dienstagabend am S-Bahnhof Leuchtenbergring kopfüber vom Bahnsteig – genau vor die einfahrende S-Bahn. Zu diesem Zeitpunkt trennten ihn nur noch wenige Meter vom sicheren Tod.

Gleis 1 um 20.55 Uhr. Die S8 fährt soeben in den Bahnhof ein. Josef O. steht an der Bahnsteigkante. Offenbar wird ihm – so schildert es die Bundespolizei – urplötzlich schwarz vor Augen. Er bricht zusammen, kippt bewusstlos kopfüber ins Gleis. Der S-Bahnfahrer versucht noch eine Notbremsung. Und weiß schon, dass er es nicht mehr schaffen kann. Im allerletzten Moment rollt sich der Mann im Gleis in den rettenden Hohlraum unter dem Bahnsteig. Schon rauscht der Zug an ihm vorbei.

An die Rettungsaktion von Polizei, Feuerwehr und Notarzt kann sich Josef O. nicht mehr erinnern: „Ich weiß noch, dass ich am Montag aus Neumarkt zu meiner Freundin nach Ebersberg gefahren bin. Was am Dienstag los war, woher ich kam und wohin ich wollte – es tut mir leid, das krieg‘ ich momentan nicht mehr hin.“

Erst im Krankenhaus setzte für ihn am Dienstag am späten Abend wieder die Erinnerung ein. Vermutlich ist das die Folge des Sturzes, die ihm einen Nasenbeinbruch, eine massive Gehirnerschütterung und Schnittwunden einbrachte. Darum muss er voraussichtlich auch noch einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Dorita Plange

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