Dummerweise war ein Polizist dabei

Mann will für anderen den Führerschein machen

München - Das ist mal Pech: Ein Mann wollte für einen anderen die theoretische Führerscheinprüfung ablegen. Dummerweise war einer der Teilnehmer Polizist, der die Sache ziemlich schnell durchschaute.

Der Beamte der Münchner Verkehrspolizei wollte am Mittwochvormittag seine theoretische Prüfung für den dienstlichen Führerschein der Klasse A beim TÜV Bayern in der Ridlerstraße ablegen. Mit den anderen Bewerbern musste er sich unter Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments und einer Anmeldebestätigung beim Prüfer im Lehrsaal melden. Dabei machte ihn eine Sache misstrauisch, wie die Polizei berichtet: Der Beamte wurde auf eine lautstarke Diskussion zwischen dem Prüfer und einem jungen Mann aus den Reihen der Bewerber aufmerksam.

Der Prüfer fragte den Mann, ob es sein könne, dass er zum zweiten Mal die Theorieprüfung ablege, da sich der Prüfer an diese Person irgendwie erinnere. Der junge Mann gab daraufhin an, dass er den Prüfer noch nie gesehen hätte, bejahte jedoch, dass es seine zweite Theorieprüfung sei. Das Seltsame: Während dieser Diskussion wurde der junge Mann immer nervöser und forderte den Prüfer des TÜV Bayern mehrmals energisch auf, seinen moldawischen Pass zurückzugeben. Der Prüfer zögerte aber, weshalb der Mann aus dem Lehrsaal flüchten wollte.

Der Polizeibeamte erkannte die Situation sofort und stellte sich dem Flüchtenden in den Weg. Als der Beamte seinen Dienstausweis zeigte und den Sachverhalt klären wollte, verzichtete der junge Mann auf weitere Fluchtversuche. Angaben zu seinem ungewöhnlichen Verhalten wollte er vorerst aber nicht machen. Der Polizeibeamte erkannte jedoch, dass der Pass gefälscht war.

Der Mann hatte sich für Prüfung für die Fahrerlaubnisklasse B angemeldet. Bei der Feststellung seiner tatsächlichen Personalien stellte sich heraus, dass er die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und die Klasse B bereits hat.

Später räumte der Mann ein, dass er tatsächlich für eine andere Person die theoretische Prüfung für die Führerscheinklasse B ablegen wollte. Ob der Festgenommene mangels fehlender Eignung seine Fahrerlaubnis behalten darf, wird durch die Führerscheinstelle geklärt. Als schließlich die ersten Ermittlungen abgeschlossen waren, war auch die Führerscheinprüfung der Bewerber vorbei. Der Prüfer des TÜV hatte jedoch ein Einsehen und ließ den Beamten der Verkehrspolizei die Prüfung nachholen.

mm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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