Staatsanwaltschaft wirft Ex-Kicker Insolvenzverschleppung und Betrug vor

Manni Schwabl muss vor Gericht

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Manni Schwabl.

„Wenn’s lafft, dann lafft’s. Wenn net, dann net.“ Mit diesem Spruch nimmt der Ex-Fußballprofi Manni Schwabl Platz 325 bei der Sammlung Fußball ist unser Leben ein.

Momentan lafft’s wieder mal nicht besonders gut bei dem 42-Jährigen: Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen ihn erhoben. Als Geschäftsführer der Holzkirchner Baufirma Swatsch GmbH soll er keine Krankenkassenbeiträge für seine Mitarbeiter mehr bezahlt und viel zu spät Insolvenz angemeldet haben.

„Wenn das ein Fehler von mir war, dann muss ich die Strafe hinnehmen – dann halte ich meinen Schädel hin“, sagte Schwabl zur tz. „Aber mir vorsätzliches Handeln vorzuwerfen, ist einfach nicht korrekt.“ Schwabl (früher u.a. beim FC Bayern und den Löwen) glaubt aber, dass er schlagkräftige Argumente gegen die Anklagepunkte hat. Als er 1999 in die Firma eingestiegen ist, sei sie sanierungsfähig gewesen. Die ersten Jahre seien auch gut gelaufen, sagt Schwabl, bis einer der Gläubiger Insolvenzantrag habe stellen müssen.Um die Durststrecke zu überwinden, nahm Schwabl einen Kredit bei der BMW-Bank auf. Wie die Staatsanwaltschaft sagt, habe er dort falsche Angaben über seine Vermögensverhältnisse gemacht: Das sei Betrug. Dies bestreitet Schwabl vehement, die BMW-Bank sei über alle Vermögensverhältnisse „vollumfänglich“, insbesondere auch vom Steuerberater informiert gewesen.

Es hätten auch Verbindlichkeiten in Höhe von 15,4 Millionen Euro bestanden. auch hier hakt Schwabl ein und beklagt, dass nur seine Schulden aufgerechnet werden. Die Habenseite werde gar nicht berücksichtigt. Auch die Firma Swatsch stünde heute finanziell besser da als zum Zeitpunkt, als er sie übernommen hat.

Nach einem Zivilverfahren einigte sich Schwabl mit der BMW-Bank auf eine Zahlung von 750 000 Euro. Laut Anklage habe er aber erst 30 000 Euro abgestottert. Stimmt nicht, es sei mehr gewesen, so Schwabl.

Wie schon bei vergangenen unternehmerischen Tiefschlägen, etwa mit seinem Sportpark, lässt sich Manni Schwabl nicht umschmeißen: Er will Swatsch weiterführen.

Am 7. Oktober beginnt der Prozess vor dem Münchner Amtsgericht.

Quelle: tz

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