Marienhof für die Bagger freigegeben

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Der Marienhof wird demnächst Ausgrabungsstelle

München - Bagger können bald auf dem Marienhof anrollen, die Archäologen dürfen schon mal ihre Gerätschaften bereitlegen.

Am Mittwoch beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit, der Bahn Vorwegmaßnahmen für den Bau der 2. S-Bahnstammstrecke zu erlauben, mit Auflagen. Gegen die Grabungen nach Bodendenkmälern stimmten die 13 Stadträte, die grundsätzlich gegen das Projekt Entlastungsröhre sind.

Ausgestattet mit der „Betretungsgenehmigung“ wird Bahn-Projektleiter Albert Scheller gleich am Donnerstag Vermessungsarbeiter auf das Karree hinterm Rathaus schicken. „Am Freitag wird der Bauzaun errichtet und am Montag können die Arbeiten beginnen.“ Rund 75 Prozent der etwa 5.000 Marienhof-Quadratmeter müssen noch archäologisch untersucht werden. Interessant seien etwa eine mittelalterliche Synagoge und eine Gruftkirche, so Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

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Laut KVR-Referent Wilfried Blume-Beyerle werden sieben bis acht Lkw am Tag die 50 000 Kubikmeter Erdaushub abtransportieren – über sieben Monaten hinweg. Die Versetzung der 38 japanischen Schnurbäume ist in den nächsten sechs bis acht Wochen nicht möglich, weil sie bereits austreiben. Danach kann wieder umgepflanzt werden. Würde man mit der Buddelei erst nach der Olympiaentscheidung am 6. Juli beginnen, erklärt Scheller, wären weitere Verzögerungen wegen der Winterphase vorprogrammiert. OB Ude will überdies „in Berlin nicht den Eindruck hervorrufen: Die Münchner wollen’s ja gar nicht – das wäre ein Rückschlag bei den Finanzierungsverhandlungen.“ Es steht ja eine Milliarde Bundeszuschuss aus. Fertig sein soll die zehn Kilometer lange Röhre Ende 2017. „Ein straffer Zeitplan“, gibt Scheller zu.

Ähnliche Hauruck-Beschlüsse, etwa beim Ostbahnhof oder dem Hauptbahnhof, würden der Stadt nicht nochmal zugemutet. Einige Marienhof-Anlieger haben Klagen gegen die Vorabarbeiten angedroht. Erreichen sie vor Gericht einen Antrag auf Baustopp, nimmt die Stadt ihre Zustimmung zurück.

BW.

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