Kurioser München-Ausflug

Mann verliert Rollstuhl und Begleiter

München - In einen Schlamassel nach dem anderen sind zwei München-Besucher geraten. Erst verlor ein Gehbehinderter seinen Begleiter, der wiederum den Rollstuhl. Es gab aber ein Happy-End.

Einige bange Stunden musste ein 54-Jähriger am Mittwoch im S-Bahnhof Marienplatz verbringen. Der gehbehinderte Mann war im Rollstuhl in Begleitung eines 62-Jährigen von Geltendorf nach München unterwegs.

Als die beiden am Marienplatz aussteigen wollten, saß der gehbehinderte Mann gerade nicht in seinem Rollstuhl. Die zusteigenden Passagiere drängten den 54-Jährigen zurück in die S-Bahn, aus der sein Begleiter bereits ausgestiegen war - mit dem Rollstuhl. Der Mann, der seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt ist, fuhr daraufhin bis zur nächsten Haltestelle Isartor und stieg dort aus, um auf seinen Begleiter zu warten. Dieser wiederum suchte vergeblich an der Haltestelle Marienplatz nach dem 54-Jährigen.

Auch das Aufsichtspersonal am Marienplatz konnte nicht helfen und verwies den 62-jährigen Begleiter an die Bundespolizei am Ostbahnhof. Auf der gesamten Stammstrecke wurden daraufhin Durchsagen gemacht, die den verlorenen Mann darum baten, sich bei der Bahnsteigaufsicht zu melden. Dies blieb aber ebenso erfolglos, wie eine Auswertung der Videoüberwachung von Bahnsteig 1 am Marienplatz, wie die Bundespolizei mitteilte.

Anhand der durchgegebenen Personenbeschreibung erkannte eine Streife der Bundespolizei, die auf der Stammstrecke unterwegs war, im Rahmen der Fahndung den Vermissten auf Bahnsteig 2 am Marienplatz. Als der Begleiter darüber informiert wurde, dass sein Schützling gefunden wurde, war die Freude groß. So groß, dass er in den nächsten Schlamassel geriet. Denn als der 62-Jährige den Gehbehinderten wieder unter seine Obhut nehmen wollte, ließ er vor lauter Aufregung den leeren Rollstuhl in der S7 Wolfratshausen stehen, mit der er zum Marienplatz gefahren war.

Die S-Bahn konnte trotz der schnellen Reaktion der Beamten nicht mehr am Hauptbahnhof angehalten werden. Der Rollstuhl fuhr alleine bis nach Wolfratshausen weiter. Über die Leitstelle konnte der Triebfahrzeugführer erreicht werden und dieser nahm sich des Rollstuhls am Endhalt an. Bei der Rückfahrt wurde der Rollstuhl den sichtlich erleichterten beiden München-Besuchern übergeben.

Diesen Ausflug werden die beiden wohl nicht so schnell vergessen.

Rubriklistenbild: © dpa

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