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Busse, Radler und Taxis raus

Marienplatz wird Fußgängerzone: Das sagen die Münchner

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Wo jetzt noch Busse, Taxis und Radler fahren dürfen, ist künftig reine Fußgängerzone.

München - Am Dienstag verkündeten CSU und SPD im Rathaus, dass sie den Marienplatz schnellstens für Busse, Taxis und Radler sperren wollen. Das freut längst nicht alle Betroffenen.

Dass sie diesen Tag noch erleben, hätten wohl die meisten Münchner nicht geglaubt:  Bis zum Marienhof und Rindermarkt soll Münchens Herz wieder eine reine Fußgängerzone werden.

„Das Thema gibt es schon ewig. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Anträge dazu eingereicht wurden“, sagt Alexander Reissl. Man merkt dem SPD-Fraktionschef an, wie glücklich er damit ist, einmal mehr mit dem neuen Bündnispartner CSU einen Durchbruch bei einem wichtigen Thema geschafft zu haben. „Der Marienplatz wird komplett zur Fußgängerzone“, lautet der Antrag, den die beiden Mehrheits-Fraktionen gestern einreichten. Und: „Diese Maßnahmen sind schnellstens zu planen und umzusetzen.“ Planungs- und Baureferat müssen jetzt die Details erarbeiten, dann kann der Stadtrat entscheiden.

Nachdem SPD und CSU die Mehrheit halten, ist die Umsetzung so gut wie gesichert. Bürgermeister Josef Schmid (CSU): „Damit wird die Fußgängerzone für die Münchnerinnen und Münchner, die Touristen und Gäste sowie den Münchner Innenstadthandel noch attraktiver.“

Die Furt zwischen West- und Ostteil des Platzes soll weg, letzterer einen ebenen einheitlichen Belag bekommen – bis hin zum Marienhof, wo künftig die Taxis einen neuen Standplatz an der Dienerstraße bekommen. Die Radler sollen durch die Sparkassenstraße und über den Viktualienmarkt radeln, die MVG-Busse am Viktualienmarkt starten, wo es schon jetzt am Rosental eine Haltestelle gibt. Für Senioren oder S-Bahnfahrgäste vom Flughafen mit Gepäck sind die 300 Meter aber schon jetzt ein weites Stück.

Und was sagen die Betroffenen? CityPartner-Chef Wolfgang Fischer frohlockt über „die einmalige Chance, den Marienplatz wieder zum wirklichen Zentrum unserer Stadt mit hoher Aufenthaltsqualität zu machen.“ Martin Glas, Münchner Vize des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, kritisiert: „Die Alternativroute über Sparkassenstraße und Viktualienmarkt ist derzeit für Radler nicht nur unattraktiv, sondern stellenweise auch gefährlich.“

Frank Kuhle, Vorstand der Taxi München EG, meint: „Wichtig wäre auf jeden Fall, dass man die Taxis vom Marienplatz aus sehen kann.“ Außerdem fragt er sich, wo die Taxis künftig wenden sollen. Und MVG-Sprecher Matthias Korte wirft sich für die täglich 6500 Busfahrgäste am Rathaus ins Zeug: „Wir werden bei der Politik dafür werben, dass die Busse auch in Zukunft bis zum Marienplatz fahren.“

Der Taxler

Bernd Lange-Irschl (62), Taxifahrer aus München.

Das ist ein großer Nachteil – und zwar für Taxler und Kunden! Die Leute müssen dann viel weiter laufen. In der Weinstraße zum Beispiel gibt es sehr viele Arztpraxen: Wie sollen jetzt ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, dort hinkommen?

Der Fußgänger

Hans Onnich (68), Ingenieur aus Freising.

Den Marienplatz an sich mag ich so, wie er ist. Bisher haben mich weder die Taxen noch die Busse gestört. Bloß die Radler nerven! Wenn sie gesittet fahren: in Ordnung. Aber das tun sie eher selten. Den Ärger der Taxler kann ich nachvollziehen.

Der Radler

Andreas R. (50), Angestellter aus ­Neubiberg.

Radln in Schrittgeschwindigkeit – das klappt einfach nicht. Darum sehe ich das Problem schon: Der Marienplatz ist immer voller Menschen, Radler stören da. Wenn die Stadt jetzt andere Wege anbietet, ist die Sache für mich aber okay.

Der Fahrgast

Christl Asel (81), Rentnerin aus München.

Dass der Bus nicht mehr am Marienplatz hält, macht mir nichts aus. Dann steige ich eben am Viktualienmarkt oder Odeonsplatz ein, oder nehm die U-Bahn. Den Radlern geschieht’s recht: Die fahren wie die Irren!

 

Johannes Welte

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