Schmidbauer (CSU kämpft

Olympia 2022: "Fatal, wenn sich München nicht bewirbt"

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Mario Schmidbauer (CSU) kämpft für eine neue Olympiabewerbung.

München - Mario Schmidbauer war der Erste, der seinen Namen auf die Liste setzte. Der CSU-Stadtrat möchte bis Januar 2013 35.000 Unterschriften für eine neue Olympia-Bewerbung sammeln.

Bis zum 15. Januar 2013 will der Stadtrat von München weitere 35.000 Unterschriften einsammeln, und sollte ihm und seinen Mitstreitern dies gelingen, dann hätten sie zumindest ein Zwischenziel erreicht: ein Bürgerbegehren, bei dem sich die Münchner entscheiden sollen, ob sie eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2022 wollen. Eine solche Bewerbung müsste bis zum 14. November 2013 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorliegen.

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) stehen derzeit nicht im Verdacht, eine erneute Bewerbung zu forcieren. Und so wollen Schmidbauer und Mitstreiter Hans-Ulrich Hesse, Präsident des Kreises München im Bayerischen Landessport-Verband, Bewegung in die Sache bringen. Ihr erstes Ziel ist bescheiden: Die Bevölkerung von München soll vorab demonstrieren, dass sie Olympische Spiele 2022 in München befürwortet.

Hesse hielte es für leichtfertig, sollte München nach der gescheiterten Kandidatur für 2018 keinen zweiten Anlauf wagen. Weil es aus den USA keine Bewerbung für 2022 geben wird, sei nun eine Situation entstanden, „die konkurrenzlos ist“, will heißen: Es wird auf einen Gastgeber in Europa hinauslaufen. Bislang hat nur die Schweiz ein ernsthaftes Interesse bekundet (Davos und St. Moritz). „München 2018 hat hervorragende Arbeit geleistet, deswegen wäre es fatal, wenn sich München nicht bewirbt“, betont CSU-Stadtrat Schmidbauer.

Auch Hesse erinnert daran, dass Bach und Ude zunächst auf der Kandidatur für 2018 aufbauen wollten. „Dieses Konzept ist noch heiß, der grobe Rahmen ist ideal, das muss man doch nutzen“, sagte er am Mittwoch bei einer kleinen Pressekonferenz. Vor allem Hesse will nun aktiv werden und die 480.000 Münchner, die in den 634 Sportvereinen der Stadt organisiert sind, gezielt ansprechen und zur Unterschrift bewegen. „Ich hoffe“, sagt er, „der organisierte Sport steht voll dahinter.

Bach und Ude haben das Thema erst mal auf die Zeit nach einer Wahlphase im kommenden Jahr verschoben: Am 10. September 2013 wird der neue IOC-Präsident gewählt - Bach gilt als Kandidat. Fünf Tage später ist die Wahl zum bayerischen Landtag - Ude bewirbt sich als Ministerpräsident. Und voraussichtlich am 15. Oktober ist dann die Bundestagswahl. Bliebe danach also kaum Zeit, um bis 14. November die Bewerbung um Olympia 2022 auf den Weg zu bringen. Geht es nach Schmidbauer, käme es im April oder Mai 2013 zum Bürgerbegehren.

Allerdings: Die Hürden sind hoch. Mit 35.000 Unterschriften könnte die Initiative `München PRO 22“ zunächst ein Bürgerbegehren erwirken, dann allerdings müssen mindestens 100.000 Münchner „Ja“ zu Olympia sagen und zugleich die Mehrheit darstellen, um die Stadt zu einer Bewerbung zunächst beim DOSB zu zwingen.

SID

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