Nach historisch schlechtem Ergebnis

Denkwürdiges Statement: Söder soll Wahl-Debakel erklären, spricht aber plötzlich von Bierzelten

Die Bundestagswahl 2021 brachte Gewinner und Verlierer. In München trat CSU-Chef Söder vor die Presse - und sprach plötzlich über Bierzelte.

  • CSU-Chef Markus Söder gibt dem Fehlen von Volksfesten eine Teilschuld für das schlechte Wahlergebnis der CSU (siehe Update vom 27. September, 13.19 Uhr)
  • Söder sieht keinen Regierungsanspruch, empfindet eine Jamaika-Koalition dennoch als beste Lösung für das Land (siehe Update vom 27. September, 13.19 Uhr)
  • Die wichtigsten Aussagen von der Pressekonferenz können Sie in unserem Ticker noch einmal nachlesen.

Söder gibt auf München-PK Einblicke - CSU-Debakel wegen Corona?

Update vom 27. September, 13.42 Uhr: Im Anschluss an den CSU-Chef hatten noch Generalsekretär Blume und der Vorsitzender der Landesgruppe Dobrinth das Wort. Nun ist die Pressekonferenz beendet.

Update vom 27. September, 13.23 Uhr: „Einige Themen, die auf Bundesebene diskutiert werden, müssen wir auch in Bayern verstärkt behandeln“, zieht Söder Erkenntnisse aus dem Bundeswahlkampf auf die Landesebene. Dazu gehöre etwa soziale Gerechtigkeit, Klimawandel und Soziales. „Alles was wir jetzt tun, sowohl in Berlin als auch in Bayern, stellt die Weichen für die Landtagswahl“, so Söder. Es gehe nicht nur um die Frage, wer welches Amt bekäme. „Sondern darum, was ist das Beste für das Land,“ fasst Söder zusammen. Es sei eine sehr ernste Zeit für die Union, eine Erneuerung sei nun wichtig. „Ich bin mit Armin Laschet ständig in Kontakt“, verrät der Ministerpräsident zum Schluss. Es werde keinen Groll seitens der CSU geben, eine ehrliche Analyse sei jedoch wichtig.

Bundestagswahl 2021: Söder gibt Corona Teil-Schuld an Wahl-Debakel

Update vom 27. September, 13.19 Uhr: Für Markus Söder war auch die Corona-Krise ein Hindernis für einen erfolgreichen Wahlkampf der CSU. „Nur Begegnung schafft Emotion,“ dies sei in der Vergangenheit nicht möglich gewesen. Etwa Volksfeste, die in diesem Wahlkampf nicht möglich gewesen waren, hätten der Stärke der CSU gefehlt. Zusammenkünfte in Bierzelten gehörten in Bayern einfach dazu: „Sie sind Teil der politischen Kommunikation.“

Dann geht es wieder um die Analyse der Wahlergebnisse. „Aus einem Platz zwei ergibt sich kein Anspruch auf eine Regierungsbildung, deshalb können wir nur ein Angebot machen“, so Söder. Man glaube, dass eine Unions-geführte Regierung besser für die Menschen sei, könne dies jedoch nicht erzwingen.

Das Modell Jamaika (Bündnis aus Union, FDP und Grüne) sei in dieser Hinsicht das wohl realistischste Modell, so Söder. Dennoch werde man dies nicht unter jeder Bedingung anstreben. Die Union dürfte sich nicht „entkernen“.

Update vom 27. September, 13.15 Uhr: „Es gibt und gab eine Tendenz zum Wechsel“, so Söder. Deshalb müsse man mit einer ehrlichen Analyse die Ergebnisse nun analysieren. „Alle haben Fehler gemacht“, erklärt der Ministerpräsident dann weiter, man werde aus CSU-Sicht jedoch keine Kritik mehr äußern. Als „Problem“ bezeichnet Söder dann die Freien Wähler, die wohl eine „bürgerliche Mehrheit“ verhindert hätten. Dann ist das Thema der abgesetzte Tweet von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Es sei nun wichtig, zurück zur Sacharbeit zu kommen, solche Unruhen würden keinem helfen, so Söder weiter.

CSU-Pleite bei der Bundestagswahl: Söder mit deutlichen Worten am Morgen danach - PK JETZT LIVE

Update vom 27. September, 13.17 Uhr: Nach fast 20 Minuten Verspätung hat CSU-Chef Söder das Wort ergriffen. Die CSU sei mit einem „blauen Auge“ davongekommen, so der Ministerpräsident. Das Ergebnis der Union sei jedoch eine bittere Niederlage. Die zwei Wochen vor der Bundestagswahl bezeichnet Söder als „sehr guten Schlussspurt“. Die Ergebnisse seien ohne diese Dynamik, die besonders durch den Parteitag ausgelöst worden sei, noch schlechter gewesen. Söder betont gar, dass das aus Unions-Sicht gefürchtete Rot-Rot-Grüne Bündnis ohne diesen Schlussspurt möglich hätte seien können.

Update vom 27. September, 13.02 Uhr: Noch sind die Mikrofone still. Es dürfte jedoch jeden Augenblick losgehen.

Update vom 27. September, 12.47 Uhr: In etwas mehr als zehn Minuten beginnt die Pressekonferenz aus München. Sobald die Protagonisten das Wort ergreifen, beginnen wir mit unserem Ticker. Über den oben eingehängten Stream können sie die Pressekonferenz ebenfalls live mitverfolgen.

Nach Bundestagswahl - Söder-PK gleich LIVE aus München

Update vom 27. September, 12.00 Uhr: Die Stimmung in der Union scheint zu schwanken. Zeigte man sich am Wahlabend ob eines Regierungsauftrags noch optimistisch, scheinen die Stimmen in der CSU-Zentrale in München doch zurückhaltender auszufallen. Eine Einschätzung der aktuellen Lage samt Ausblick in die Sondierungen und Koalitionsverhandlungen gibt CSU-Chef Markus Söder ab 13 Uhr in München.

Oben im Artikel finden Sie einen Live-Stream dazu, parallel tickern wir die wichtigsten Aussagen hier im Text.

Update vom 27. September, 10.32 Uhr: Wie der Politik-Chef des Münchner Merkur, Christian Deutschländer, via Twitter schreibt, äußert sich Markus Söder in der CSU-Parteizentrale aktuell relativ zurückhaltend. Die Rede nach der Wahl sei „von einer Niederlage“ und einem „enttäuschenden Ergebnis“. Söder warnte nach Teilnehmerangaben außerdem davor, das Ergebnis schönzureden und einfach zur Tagesordnung überzugehen.

Bundestagswahl: Söder rudert in CSU-Zentrale zurück - Jamaika-Regierung „nicht um jeden Preis“

Auch das CSU-Ergebnis sei schlecht, man sei aber noch mit einem blauen Auge davongekommen - man stelle nun ein Viertel der Fraktion im Bundestag. Zudem verwies Söder darauf, dass man bis auf eines alle Direktmandate in Bayern verteidigt habe. Außerdem werde man eine Jamaika-Regierung nicht „um jeden Preis“ anstreben.

Erstmeldung vom 27. September 2021

München - Bei der Bundestagswahl erlebte die CSU das schlechteste Ergebnis seit knapp 70 Jahren. Insgesamt 31,7 Prozent erreichten die Christsozialen um Parteichef Markus Söder, das sind 7,1 Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren (38,8). Insgesamt belegte die Union den zweiten Platz hinter der SPD um Olaf Scholz. Noch vergangene Woche hatte Markus Söder betont, dass man lediglich von Platz eins aus einen Regierungsauftrag habe. Das klingt jetzt jedoch ganz anders. Um 13 Uhr tritt der Ministerpräsident in München vor die Presse, nachdem sich der Parteivorstand in der CSU-Zentrale am Montagvormittag berät.

Bundestagswahl: Söder tritt in Kürze vor Presse - CSU sieht „Regierungsauftrag“

Auch Generalsekretär Markus Blume (CSU) betonte bereits Montagfrüh, 27. September, dass ein Regierungsauftrag bestehe. Die CSU sei in Bayern „die klar dominierende Kraft“, sagte Generalsekretär Markus Blume im Bayerischen Rundfunk. Es gebe eine „große Erwartung in der Bevölkerung, dass wir alles dazu beitragen, dass es auch in Deutschland eine bürgerliche Regierung gibt.“ Man müsse den Auftrag der Wähler umsetzen. Parteichef Söder ließ noch am Wahlabend verlauten, dass eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP die Wunsch-Konstellation sei.

Wir berichten ab 13 Uhr live hier in unserem Ticker und Stream von den Statements der CSU-Führung aus München. Einen Überblick über das Wahl-Geschehen in München, in denen die Grünen bei den Zweitstimmen stärkste Kraft wurden, finden Sie hier.

Übrigens: Unser München-Newsletter informiert Sie rund um die Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus der Isar-Metropole – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus München.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Auch interessant

Kommentare