Automöbil

Martin Kerbers einmalige Designs

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Martin Kerber vor seinem Mini-Sofa.

Alles begann mit einem Trabi, kurz nach der Wende. Damals hatte Martin Kerber bereits die zündende Idee, aus Autoteilen Möbel herzustellen.

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Er und sein Freund Ralf holten sich das wohl berühmteste Stück Plastik des Ostens und zimmerten daran herum. Aus dem Heck wurde ein Schränkchen, aus dem Vorderteil ein Sessel.

Und aus dem Traum schließlich der Traumberuf. Der stand allerdings damals, Anfang der 90er, noch in den Sternen. Der 38-Jährige studierte zunächst Archäologie, machte seinen Magister, um dann, mitten in der Promotion, ins Fitnessgeschäft umzusteigen. Von Bremerförde ging’s nach München, und seit kurzem wohnt der 38-Jährige mit seiner Freundin in Oberpframmern bei München. Jetzt ist er selbstständig.

„Viereinhalb Möbel“ hat Kerber bisher an den Kunden gebracht. Das halbe Möbel bezieht sich auf ein ausgearbeitetes Design, das er verkauft hat. Gefertigt wird nur nach Auftrag, ganz individuell. Die Kunden werden eingebunden von der Auswahl des Auto-Modells bis zur Farbe der Bezüge. Viele, so sagt Kerber, sind von den Preisen zunächst geschockt, aber sehen schnell ein, dass Qualität und Arbeit nun mal ihren Preis haben. Rund 50 Prozent bleiben dann doch dabei. Und die haben etwas ganz Exklusives – schließlich ist Martin Kerber der einzige Designer in Deutschland, der diese Art von individuell angefertigter Möbel herstellt. Von der Recherche („Die Autos bestelle ich meistens aus dem Internet und kaufe sie vor allem von Hinterhofhändlern“) über die Skizzen bis zum Bau.

Besonders beliebt sind amerikanische Straßenkreuzer, die gerne zu Sofas oder Bars verwandelt werden. Klar, dass diese Luxus-Möbel nicht billig sind. Allein die Teile kosten „so ab 5000, 6000 Euro, das fertige Möbel ab 8000 Euro“. Für das Bett-Auto, das Sie auf dem großen Foto sehen können, hat Kerber rund 120 Arbeitsstunden investiert. Vom Design übers Lackieren und Beziehen bis zum Bau. Derzeit arbeitet der Auto-Künstler an einer Mercedes S-Klasse, Baujahr 1966, das der Kunde als reines Deko-Stück „nur so zum Hinstellen“ geordert hat.

Kerber ist Auto-Freak, fährt ebenfalls eine S-Klasse von ’66 und gerne mit seinem Jeep übers Land. Dass Leute nur mal so aus Neugier bei ihm vorbeischauen, kommt nicht vor. „Wir wohnen im Gewerbegebiet am Waldrand in einem Forsthäuschen, da verirrt sich keiner so schnell hin. Außerdem habe ich bisher nur Internet-Werbung gemacht.“ Die Werkstatt ist auf dem Grundstück mit dabei, das den Eltern seiner Freundin gehört. Momentan ist Kerber damit beschäftigt, die Werkstatt zu erneuern.

Hat unser Karossen-Bastler sein absolutes Traummöbel schon gebaut? „Nein, das wartet noch. Aber ich weiß, was es wäre: ein Bar-Tresen eines alten VW T2 – Sie wissen schon: dieser kleine Bus.“

Das Geschäft läuft ganz gut an. Momentan sind sieben Sachen in Bearbeitung. Wenn schon seine Möbel nicht mehr rollen können, dann rollt hoffentlich zumindest der Rubel. Matthias Bieber

Quelle: tz

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