Masern: 15 Schulen und Kitas betroffen

München - München und die Region bleiben Masern-Land: Die Viren grassieren nun auch massiv an Schulen und Kindergärten. Schützlinge an 15 Einrichtungen in der Stadt hat es erwischt!

Das Gesundheitsamt zählt heuer schon 125 Infizierte, jede Woche kommen rund ein Dutzend Kranke dazu. Ein Abklingen der Epidemie sei derzeit nicht abzusehen, heißt es beim Gesundheitsamt.

An allen betroffenen Schulen und Kindergärten werden Kinder ausgeschlossen: Die Kranken dürfen laut Infektionsschutzgesetz ohnehin nicht erscheinen. Aber auch Klassenkameraden müssen daheim bleiben, wenn sie keine Impfung vorweisen können oder die Krankheit nicht schon einmal durchgemacht haben.

Wobei Masern alles andere als eine Kinderkrankheit ist, wie eine tz-Auswertung der Daten des Robert-Koch-Instituts beweist. Bis Mitte April infizierten sich in der Stadt 51 Jugendliche und Erwachsene bis zum Alter von 49 Jahren – und nur 41 Kinder.

Während die Jüngeren mittlerweile recht hohe, aber noch nicht ausreichende Impfquoten von 85 bis 90 Prozent erreichen, gab es die Spritze in der Kindheit der Älteren noch nicht routinemäßig. Ärzte und Behörden raten allen ab Jahrgang 1970 dringend, diesen Schutz nachzuholen. Schließlich erleiden die Älteren häufiger Komplikationen bis hin zur Gehirnentzündung. Im April starb sogar ein 26-jähriger Weilheimer in Großhadern an Masern.

Schließlich wüten die Viren nicht nur in der Stadt, sondern im ganzen Umland und noch stärker im Oberland. So hatte Garmisch-Partenkirchen heuer schon mit 26 Kranken zu kämpfen – dabei hat es die Krankheit seit sechs Jahren im ganzen Landkreis überhaupt nicht mehr gegeben. „Ein Schüler hat sich im Januar beim Austausch in Frankreich angesteckt“, erklärt Amtsarzt Dr. Volker Juds. Der Bruder wurde krank, steckte einen Klassenkameraden an und der wiederum drei Geschwister. Kurz darauf mussten vier Kinder mit bakteriellen Lungenentzündungen ins Krankenhaus.

Einen weiteren Infizierten hat Juds zu Hause untersucht: „Der konnte kaum allein aufs Klo gehen.“ Der Patient habe vor Fieber geglüht und Kreislaufschwächen gehabt. „Ich kann nicht verstehen, wie Eltern ihre Kinder diesem Risiko aussetzen können“, verzweifelt der Mediziner. Schließlich seien die Masern nicht behandelbar, nur die Impfung schütze vor den Viren.

David Costanzo

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