Bewaffneter Raubüberfall auf Bäckerei - Täter flüchtig

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Masskrug-Schlägerei: Der Falsche vor Gericht?

München - Die Schlägerei ist lange her, die Erinnerung der Zeugen deshalb schon leicht getrübt, und auf der Anklagebank scheint der falsche Mann zu sitzen.

Das hat der erste Verhandlungstag vor einem Münchner Jugendgericht ergeben, wo sich ein 21 Jahre alter Franzose wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hat. Julian E. soll einem jungen Mann auf der Wiesn 2009 bei einer Rangelei auf dem Festgelände einen Masskrug gegen den Kopf geschlagen haben. Doch Zeugen erinnern sich an einen anderen als Täter.

Die Richterin hält dem Zeugen Andreas A., der die Schlägerei an jenem 26. September 2009 zufällig mitbekam, ein Foto hin. „Ist das der Masskrug-Schläger?“, fragt sie. „Nein“, antwortet der. Der Täter habe ganz sicher ein schwarzes T-Shirt mit einem auffälligen, roten Aufdruck getragen. Der Angeklagte jedoch, das zeigen andere Fotos, hatte zur Tatzeit Lederhose und weißes Hemd an. Als die Richterin eines dieser Bilder hochhebt, schüttelt der Zeuge energisch den Kopf. „Nein, das war nicht der Mann.“

Offenbar sitzt an diesem Tag der Falsche auf der Anklagebank des Amtsgericht. Vermutlich, das sagt Julian E., habe sein Cousin zugeschlagen, denn der hatte an diesem Tag ein schwarzes T-Shirt an. Er selbst habe bei der Rangelei einen Schlag abbekommen und sei dann zu Boden gegangen, berichtet Julian E. Als er wieder aufgestanden sei, habe er gesehen, dass sein Gegenüber an der Schläfe blutet. Wie das passiert sei, wisse er nicht.

Sein Gegenüber, das Opfer, heißt Dennis H. und sitzt als Nebenkläger im Prozess. Er sagt, er sei sich ziemlich sicher, dass der Angeklagte mit dem Masskrug zugeschlagen habe. „Weil er danach den abgebrochenen Griff in der Hand hielt.“ Das wiederum aber hat Zeuge Andreas A. anders in Erinnerung: „Der Mann mit dem schwarzen T-Shirt hatte den abgebrochenen Griff in der Hand.“

Bei so viel Ungereimtheiten braucht die Richterin weitere Zeugen. „Es gibt hier mehrere Varianten“, sagt sie – und vertagt den Prozess auf Ende Januar, in der Hoffnung, die Tat dann aufklären zu können.

Bettina Link

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