Mathematiker rechnete ganz genau

Er fuhr durchs U-Bahn- und Tram-Netz - jetzt ist Berlin dran

Der Mathematiker Jan Hofmann fuhr in 4:35 Stunden durch das komplette Münchner U-Bahnnetz.

München - Wie lange braucht man, um das gesamte Münchner U-Bahn- und Tram-Netz abzufahren? Ein Mathematiker hat es sich genau ausgerechnet - und die Theorie in die Praxis umgesetzt.

Update, 1. November 2015: Jan Hofmanns Münchner Tram-Experiment am Freitag hat für ihn eine Generalprobe dargestellt. Am 7. Januar 2016 versucht er den Guinness Weltrekord im Berliner U-Bahnnetz zu brechen. "Das Berliner U-Bahnnetz ist nur sieben Stationen größer als das Münchener Tramnetz (166 zu 173) und ich erwarte, etwas über sieben Stunden zu brauchen", sagte Hofmann unserer Onlineredaktion.   

Jan Hofmann am 30. Oktober in der Tram München.

Update, 30. Oktober 2015: Jan Hofmann hat am Freitag auch das gesamte Tram-Netz Münchens abgefahren. Der Mathematiker startete um 10.05 Uhr am Gondrellplatz und hatte vorher ausgerechnet, dass er seine Rekordfahrt um 16.56 Uhr in Grünwald beenden werde. Diese Zeit verfehlte Hofmann nur ganz knapp. "Am Ende waren es 6:59:17 für alle Tram-Stationen Münchens", erzählte Hofmann unserer Onlineredaktion. Zufrieden ist er trotzdem: "Alles hat perfekt nach Plan funktioniert."

Am Freitag in München hätten alle Anschlüsse so funktioniert, wie Hofmann sie geplant hatte. "Diesmal kamen alle öffentlichen Verkehrsmittel zum Einsatz. Neben der Tram bin ich Bus, U-Bahn, S-Bahn und den SEV gefahren und außerdem neun Kilometer zwischen Tramstationen gelaufen. Am forderndsten war der Sprint durch den Luitpoldpark. In weniger als vier Minuten lief ich vom Scheidplatz zum Petuelring."

Die Rekordfahrt mit der U-Bahn

Zugegeben, das U-Bahnnetz in München ist bestimmt nicht das größte der Welt. Doch durch fortwährende Ausbaumaßnahmen ist es inzwischen auf 100 Stationen verteilt auf acht Linien angewachsen. Doch wie lange dauert es, das gesamte Netz an einem Tag abzufahren? Der Mathematiker Jan Hofmann wollte es genau wissen und rechnete los.

Diese Grafik zeigt die Route, die Hofmann durch das U-Bahnnetz nahm

Mithilfe verschiedener mathematischer Programme und Algorithmen arbeitete er sich durch die Abfahrtszeiten der Linien und erstellte so den für ihn optimalen Fahrplan - ausgehend von der Endstation der Linie U6, "Garching - Forschungszentrum". Sein Ziel war der letzte Halt der U2 im Münchner Norden, Feldmoching. Bis dahin sollte jede einzelne Linie komplett abgefahren sein.

Bei seinen Berechnungen kam heraus, dass er vier Stunden und 30 Minuten für sein Vorhaben benötigen würde. Doch er wollte es nicht bei der Theorie belassen und setzte am Donnerstag seine Berechnungen in die Tat um.

Dabei saß er allerdings nicht nur in den U-Bahnen herum, sondern war auch körperlich aktiv: Von der Station "Klinikum Großhadern" nahm er den Bus 56 bis zur Haltestelle "Fürstenried West" und anstatt die U1 zwischen Kolumbusplatz und Mangfallplatz hin und zurück zu fahren, stieg er einfach an der Silberhornstraße aus und lief bis zum Mangfallplatz. Auch diese Zeitersparnis hatte er durch seine Berechnungen herausgefunden.

Sichtlich zufrieden mit seiner Leistung nach dem Ende der Fahrt.

Und als er schließlich in Feldmoching ankam, zeigte die Uhr 4 Stunden 35 Minuten. Also nur fünf Minuten mehr als nach seiner eigenen Berechnung. Er freute sich sichtlich über diese Leistung und auch die MVG war zufrieden. "Finden wir ziemlich gut", schrieb die Verkehrsgesellschaft zum Resultat. Und das kann sich in jedem Fall sehen lassen!

bix

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