Für 18 Millionen Euro

Stadt beschließt neue Gleisbrücke am Arnulfpark

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Bis Mitte 2017 soll zwischen Arnulfpark und Landsberger Straße ein neuer Steg über die Gleise entstehen

München - Zwischen Donnersberger- und Hackerbrücke wird ein neuer Weg über die Gleise gebaut. Die Stadt beschloss am Dienstag das 18 Millionen Euro teure Projekt.

Hier entsteht Münchens Millionensteg! Stolze 18 wird er kosten, der neue Überweg über die Gleise zwischen Arnulfpark und Landsberger Straße. Der Bauausschuss hat am Dienstag sein Okay gegeben.

Der Fuß- und Radlsteg soll Donnersberger- und Hackerbrücke entlasten und gleichzeitig das neue Stadtviertelquartier am Arnulfpark besser an die S-Bahn anbinden. Dort wohnen und arbeiten bald 11 800 Menschen.

Mit Treppen- und Rampenanlagen soll die neue Fuß- und Radlbrücke erreichbar sein

242 Meter lang wird der Überweg, zwischen fünf und sechs Metern breit und 3,50 Meter hoch. Treppen führen zum S-Bahnhof Donnersbergerbrücke. Im Süden und Norden entstehen kombinierte Treppen- und Rampenanlagen, an beiden Aufgängen sind Fahrstühle geplant, sowie Abstellplätze für Fahrräder: jeweils 100 an beiden Zugängen – zum Teil überdacht.

Auf der Brücke wird es transparent: Auf beiden Seiten entstehen durchsichtige Wände. Das dient dem Windschutz, soll aber gleichzeitig auch den Blick auf die Innenstadt gewährleisten – und es sollen keine Angsträume entstehen. Darum wird die Brücke auch nachts beleuchtet.

Für den Brückenbau müssen unter anderem drei Oberleitungsmasten verlegt sowie Kabel und Oberleitungen angepasst werden.

Die dafür erforderlichen Arbeiten im Gleis können nur in Sperrpausen durchgeführt werden. Der Bahnbetrieb soll möglichst wenig betroffen sein, das gilt für die S-Bahn, aber auch für die Fernzüge.

Baubeginn ist für Frühjahr 2016 vorgesehen. Die geschätzte Bauzeit beträgt eineinhalb Jahre.

... und hier wird’s höchste Eisenbahn

Patienten in der Warteschleife: Sowohl die brücke an der Dachauer Straße...

Lindwurmstraße, Dachauer Straße – dass an diesen Eisenbahnbrücken etwas passieren muss, da sind sich Stadt und Bahn einig. In den nächsten zehn Jahren sollen daher neben den bereits genannten Patienten auch die Übergänge an der Balanstraße, Bodenseestraße, Paosostraße, Rosenheimer Straße, am Sportlerweg, an der Tumblingerstraße, Werinherstraße und Chiemgaustraße behandelt werden. Zehn Brücken in zehn Jahren!

Das löst bei der Verwaltung erhöhten Personalbedarf aus. Denn die Stadt muss sich um den Umbau der betreffenden Straßen kümmern. Daher hat der Bauausschuss am Dienstag zusätzliche Stellen genehmigt. Mit dem ersten Umbau am Sportlerweg (Neuaubing) soll vermutlich 2018 begonnen werden. Einzig für Chiemgau- und Lindwurmstraße gibt es noch kein fixes Datum. Dabei würde es auch dort höchste Eisenbahn! Denn die Strecke gilt als Münchens Radl-Meile! 1500 Fahrer in acht Stunden hat das Rathaus gemessen. Doch die Breiten der Geh-/Radwege liegen deutlich unter dem vorgeschriebenen Minimum!

... als auch an der Lindwurmstraße sollen abgerissen und neu gebaut werden. Die Bahn prüft derzeit die Pläne.

Interessant ist auch: Die Dachauer Straße ist erst auf Bestreben der Stadt im Prioritätenkatalog der Bahn vorne eingereiht worden. Auch da wird’s Zeit, denn immer wieder ist es in den vergangenen Jahren an dem Tunnel zu Unfällen gekommen, Lastwagen blieben stecken, ein Reisebus riss sich das Dach auf. Derzeit wird ein Neubau geprüft – mit Durchfahrtshöhe von 4,50 statt 3,40 Metern.

Sascha Karowski

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