70 Polizisten in der Seidlstraße im Einsatz

„Haben null Verständnis“ - Spezialkommando stürmt Ex-Disco

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Schwer bewaffnet dringt ein USK-Trupp in das Haus in der Seidlstraße ein.

Ein 70 Mann starker USK-Trupp stürmte am Samstag die ehemalige Nobeldisco „Meinburk“ in der Seidlstraße - weil man dort Hausbesetzer wähnte. Doch es war falscher Alarm.

München - Das Unterstützungskommando (USK), die Spezialeinheit der bayerischen Polizei, kommt, wenn es ernst wird. Sturmhaube, Helm, gepanzerte Weste, feuerfester Schutzanzug. Maschinenpistole, Maschinengewehr, Dienstpistole, Schlagstock, Messer, Pfefferspray. Das USK rückt gegen Hooligans aus, bei Geiselnahmen, Amokläufen, Terroranschlägen. Auch bei Hausbesetzungen kommt das USK. Das Einsatzkonzept lautet: „Angriff ist die beste Verteidigung.“

Am Samstagnachmittag stürmte ein 70 Mann starker USK-Trupp die ehemalige Nobeldisco „Meinburk“ in der Seidlstraße. Linksextreme hätten das leerstehende Haus besetzt, hieß es. Als die Spezialkräfte drin waren, fanden sie: niemanden. Falscher Alarm. Die vermeintlichen Hausbesetzer: alte (Un-)Bekannte.

Die Polizei sperrte die Seidlstraße zwischen Mars- und Karlstraße mehr als zwei Stunden lang.

Gegen 16.10 Uhr am Samstag bemerkten Polizisten laut Einsatzbericht an einem leerstehenden Haus „mehrere Transparente“. „Diese sollten den Anschein erwecken, dass das Gebäude von einer Gruppierung, die dem linken Spektrum zuzuordnen ist, besetzt worden sei.“

Aktivisten legen mit Pressemitteilung falsche Fährte

Zeitgleich erschien auf der Internetseite fuerlauhaus.blogsport.eu eine Pressemitteilung „zur Besetzung der ehemaligen ‚Meinburk‘“: „Gegen 15 Uhr besetzten Aktivist_innen am heutigen Samstag die Räumlichkeiten der ehemaligen „Meinburk“ in der Seidlstraße 15 in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs und richteten darin einen Umsonstladen ein.“

Und weiter: „Mit ihrer Aktion knüpfen die Aktivist_innen an die Besetzung des ,Schnitzelhauses’ im Westend vergangenen Juli an.“ Die Aktion damals sollte ein Protest gegen Leerstand sein.

Diesmal richtete sich der Protest gegen die „Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes“. Das Haus gehört dem Freistaat.

Die „Mainburk“ war eine Nobeldisco - das Bündnis „Für Lau Haus“ hängte jetzt am Gebäude Plakate auf und erklärte die Besetzung des leerstehenden Hauses.

Polizei und Feuerwehr rückten aus, sperrten die Seidlstraße für mehr als zwei Stunden. Im Haus sahen die Polizisten eine Schmiererei an der Wand („Ab hier SEK“) – und riefen das USK.

Die Aktion geht wohl vom Bündnis „Für Lau Haus“ aus, das sich bisher nicht zu erkennen gibt. Im Haus fand das USK niemanden – gegenüber der Nummer 15 beobachteten 10 bis 15 Menschen den Einsatz. Laut einem Augenzeugen handelte es sich um „Sympathisanten der linken Szene“.

Die Polizei reagiert verärgert. „Wir haben Null Komma Null Verständnis für solche Aktionen“, sagt Elizabeth Matzinger, Sprecherin der Münchner Polizei. „Das zieht einen riesigen Polizeieinsatz nach sich – und kostet viel Geld.“

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