Fünf Tage vor Verkaufsstart

Wegen Schuhen! Jugendliche campieren nächtelang im Freien

München - Riesen Hype vor zwei Münchner Schuhläden: Seit Tagen warten Jugendliche Tag und Nacht auf den Verkaufsstart eines Schuhs - und zwar eines besonders teuren Exemplars. Irre, aber wahr!

Update: Am Samstag war es dann so weit: Der Laden öffnete seine Pforten und 30 Kaufinteressenten durften sich glücklich schätzen. Mehr Infos hier.

Die Gehwege verwandeln sich zu kleinen Zeltplätzen, die Zeit wird mit Nichtstun totgeschlagen: Solche Bilder gab's bisher nur einmal im Jahr zu sehen - nämlich dann, wenn der Verkaufsstart eines neuen iPhones ansteht. Dann campierten eingefleischte Apple-Fans gerne mal ein oder zwei Nächte vor dem Apple-Store an der Rosenstraße. Jetzt hat der Irrsinn eine neue Stufe erreicht: Es wird wieder gecampt - und zwar wegen eines Schuhs!

Das Camp vor dem Schuhladen in der Amalienstraße.

Angeblichseit Dienstagvormittag campieren Jugendliche vor einem Schuhladen in der Amalienstraße in der Maxvorstadt. Inzwischen sitzen etwa 30 Personen beisammen. Fünf Tage Camping für einen Schuh! Das begehrte Objekt: Der Adidas Yeezy 350 Boost, der von US-Rapper Kanye West entworfen wurde. Kanye West ist nicht nur als Rapper, sondern auch als Musikproduzent und Modedesigner dick im Geschäft. Am Samstag kommt sein neuester Schuh weltweit in ausgewählten Geschäften in den Handel - in München verkaufen ihn zunächst drei Geschäfte, deutschlandweit rund 30. Zudem kann man sich für eine Vorbestellung im Internet registrieren. Der Hype ist offenbar nicht mehr zu stoppen. Ein Jugendlicher vor dem Geschäft sagt: "Er ist einfach cool, den muss man haben." Dafür nimmt er in Kauf, fünf Tage und Nächte auf der Straße zu verbringen.

Der Schuh kostet 200 Euro - im Internet kursieren Preise von 800 Dollar

Was ist so besonders an dem Schuh? Für Laien ist das auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Fest steht: Er wurde von US-Rapper Kanye West entworfen, ist weiß-grau - und richtig teuer: Rund 200 Euro muss man dafür auf den Tisch legen. Im Internet hat sich eine Art Schwarzmarkt entwickelt. Dort kursieren sogar Preise von 800 Dollar und höher.

Alle drei Stunden wird die Liste überprüft

Der Schuh: Adidas Yeezy Boost 350 von US-Rapper Kanye West.

Der zweite Shop, der den Schuh am "Release"-Tag in München vertreibt, befindet sich an der Neuhauser Straße. Hier haben sich die Jugendlichen anders organisiert: Statt einer langen Reihe mit Iso-Matten, Liegestühlen und Schlagsäcken gibt's hier eine einfache Liste aus Papier. Darauf tragen sich nach Informationen eines Shop-Mitarbeiters alle Interessenten in chronologischer Reihenfolge ein. Alle drei Stunden treffen sich dann alle Interessenten vor dem Geschäft. Wer nicht kommt, fliegt von der Liste - und der Rest rutscht einen Platz auf, erklärt der Mitarbeiter. Der dritte Shop ist laut Adidas an der Maximilianstraße.

Der Irrsinn soll noch bis Samstagvormittag so weitergehen. Angeblich ist zum Verkaufsstart nämlich nur eine begrenzte Anzahl der Ware vom Adidas Yeezy 350 Boost vorhanden. Wer am Samstag dann tatsächlich einen Schuh ergattert, steht übrigens in den Sternen: Angeblich wissen die Geschäfte noch nicht, wie viele Exemplare sie zum Verkaufsstart tatsächlich geliefert bekommen. Es ist eine Lotterie: Wer zuerst da ist beziehungsweise weit vorne auf der Liste oder der Anstell-Reihe ist, bekommt den Zuschlag. Der Rest geht leer aus.

Den Irrsinn gab's schon mal in München

Das Objekt der Begierde: der limitierte Adidas Yeezy Boost von Kanye West.

Einen ähnlichen Hype um Schuhe von US-Rapper Kanye West gab es schon einmal - vor etwa drei Monaten: Auch da stand eine riesige Schlange vor einem Schuhgeschäft am Stachus. Auch damals ging es um ein limitiertes Modell vom Adidas Yeezy Boost. 349,90 Euro kostete ein Exemplar. Ein Mitarbeiter erzählte damals unserer Zeitung: "Es wurde gecampt, es wurde in Schlafsäcken auf Hockern geschlafen, wir hatten sogar Leute aus dem Ausland aus Polen."

dor

Rubriklistenbild: © fkn

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