Benjamin S. rastet komplett aus

Mordversuch mit Bierflasche in der 089 Bar

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Berufsschüler Benjamin S. (22) ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

München - Blass und den Tränen nahe sitzt Benedikt S. (22) auf der Anklagebank. Im Gesicht sieht er noch aus wie ein Bub. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm aber Mordversuch an einem Mitschüler vor!

Am 4. Februar kommt es zwischen ihm und Eduard D. (24) zum Streit. Im Rahmen einer Klassenfahrt sind die beiden Berufsschüler in München. Abends ziehen sie um die Häuser, trinken in Bars und gehen in der 089 Bar am Maximiliansplatz tanzen. Dort soll S. plötzlich ausgerastet sein. Laut Anklage schlug er Eduard D. eine Bierflasche über den Kopf und stach ihm den abgebrochenen Flaschenhals mindestens fünfmal von hinten in Hals und Nacken. Erst das Sicherheitspersonal kann ihn stoppen.

In der 089 Bar am Maximiliansplatz geschah die Tat.

Beim Prozessauftakt sind seine Erinnerungen an den Abend lückenhaft. Angeblich habe Eduard D. ihn zuerst geschlagen – laut Anklage zweimal. „Dann ist alles hochgekommen“, sagt S. Er gibt zu, dass eine Flasche im Spiel war. „Aber ich wollte ihn nicht töten. Ich war mir nicht bewusst, was ich tue.“ Auf einem Überwachungsvideo aus der 089 Bar ist die Schlägerei aber genau zu sehen – die Aufnahmen überführen den Täter. Einen Monat später schreibt er aus dem Knast einen Brief an sein Opfer. Darin heißt es: „Was in dieser Nacht passiert ist, ist schrecklich. Es tut mir leid.“
5000 Euro Schmerzensgeld zahlte Benedikt S. bereits an Eduard D. – der will aber keine Entschuldigung annehmen. „Ich habe nur noch bruchstückhafte Bilder vor Augen. Wie ich vor ihm davonlaufe, wie mir in der Toilette warm wird, wie das Blut meinen Rücken herunter läuft.“ Als D. sein T-Shirt vor dem Richtertisch auszieht, wird es still im Saal. Sechs große Narben hat der Berufsschüler im Nacken – sie formen grob einen Kreis. „Ich wurde zusammengenäht. Die Glassplitter steckten überall. Noch heute ist mein Nacken taub, es wurden Nerven durchtrennt.“

Eduard D. sagt auch aus, dass Benedikt S. bereits am Nachmittag einen Spezl grundlos ins Gesicht schlug. Auch er selbst sei aber schon öfters betrunken in Schlägereien verwickelt gewesen. 1,8 Promille messen Rettungskräfte um 4.57 Uhr bei ihm. So bleibt der Eindruck von zwei jungen Männern, die im Suff die Kontrolle verloren haben. Eduard D. hätte dieser Abend beinahe das Leben gekostet! Für Benedikt S. endete er im Knast!

Andreas Thieme

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