tz-Besuch im ehemaligen Mahag-Zentrum

Mitten in München: Hier entsteht Platz für 800 Flüchtlinge

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Im ehemaligen Mahag-Zentrum an der Karlstraße schafft die Stadt Platz für Flüchtlinge.
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Notquartier: Die derzeit 870 Betten im Erdgeschoss dienen der vorübergehenden Unterbringung. Langfristig sollen die Asylsuchenden in Zimmer ziehen. Die Karlstraße war zunächst nur als Winterquartier bis April vorgesehen. Doch es gibt Gespräche, das Gebäude länger zu nutzen. Die Stadt hat es derzeit gemietet.
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Wohnen: In solchen Zimmern sollen Flüchtlinge langfristig wohnen. Bassam Al Tarifi (50, Foto) ist schon eingezogen. Der Arzt aus Syrien hilft bei der Erstversorgung der anderen Ankömmlinge. An der Karlstraße gibt es drei weitere Ärzte, zudem Dolmetscher, ein Untersuchungszimmer und einen Quarantäneraum. Bei Bedarf kann so das Erstscreening am Hauptbahnhof entlastet werden.
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Sicherheit: Für Ordnung sorgt ein externer Sicherheitsdienst, bei dem auch ehemalige Flüchtlinge beschäftigt sind. Einer von ihnen ist Mahdi Mamed Diraac. Der 38-Jährige kam vor sechs Jahren nach Deutschland, seit fünf Jahren ist er in München. Die Security ist Ansprechpartner für Flüchtlinge.
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Essen im Zelt: In einem Zelt im Innenhof ist die Kantine eingerichtet. Ein Catering-Service sorgt für warme Mahlzeiten. Das Essen soll irgendwann in einem geschlossenen Raum angeboten werden. Immerhin das Zelt ist beheizbar, es könnte also auch im Winter genutzt werden.
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Spielzimmer: Für die kleinen Neuankömmlinge gibt es ein Spielzimmer. Alles Spenden! Für die älteren sind Kicker und Tischtennisplatten bestellt. Was die Stadt das alles kostet, wird noch ausgerechnet.

München - Im ehemaligen Mahag-Zentrum an der Karlstraße schafft die Stadt Platz für Flüchtlinge. 800 sollen dort einmal wohnen! Wir haben uns die Lage vor Ort angeschaut.

Das ist integrativ: Neben den Türen hängen noch Schilder aus der Vergangenheit: „Serviceleitung, Herr Meyer“ oder „Abschlagszahlung, Frau Müller“. Hinter der Tür von Herrn Meyer befindet sich jetzt ein Gebetsraum. Bei Frau Müller wohnen Flüchtlinge: Im ehemaligen Mahag-Zentrum an der Karlstraße schafft die Stadt Platz für Flüchtlinge. 800 sollen dort einmal wohnen!

„Die Ankommenden werden medizinisch versorgt, erhalten Essen, Kleidung und können sich duschen“, sagt der Sprecher des Sozialreferates, Matthias Winter. Dazu gibt es Büros für Helfer. „Wir haben einen festen Stab von zehn Ehrenamtlichen.“ Diese wiederum koordinieren bis zu 100 weitere. Sie beziehen Betten oder beschäftigen sich beispielsweise mit den Kindern. Auch Stadt und Caritas haben Mitarbeiter vor Ort.

870 Betten zur vorübergehenden Nutzung stehen im Erdgeschoss. Im ersten Stock sind Räume für 500 Flüchtlinge entstanden, die langfristig in München bleiben. Derzeit leben 67 Menschen in den Zimmern. Geplant ist, die Bürogebäude weiter auszubauen, die Arbeiten im zweiten Stock laufen bereits. Ziel ist, die 870 Betten im Erdgeschoss sukzessive abzubauen und dann insgesamt 800 Flüchtlinge in den Zimmern darüber unterzubringen. Der Platz im Erdgeschoss soll für Sozialräume genutzt werden. Kicker und Tischtennisplatten sind bestellt, einen Fernseher gibt es schon. Er kam auch bereits zum Einsatz. Gemeinsam mit Helfern haben sich einige Flüchtlinge ein Bayern-Spiel angeschaut. Wenn das nicht integrativ ist.

Sascha Karowski

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