Verkehrslösung ist noch unklar

Engpass an der Brienner Straße: Hier steht Münchens Radwegeausbau vor großem Problem

Radwege in Bayern
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Autos, Busse, Radweg: Die künftige Verkehrslösung für die Brienner Straße ist noch unklar. Der Stadtrat soll trotzdem am Mittwoch den ersten Abschnitt für den Radschnellweg vom Zentrum in Richtung Garching beschließen.

Die Stadt forciert den Radwegeausbau. Am Mittwoch soll im Mobilitätsausschuss der Beschluss für die ersten zwei Abschnitte der neuen Schnellverbindung vom Zentrum in Richtung Garching gefasst werden. Ungeklärt ist jedoch, wie das Teilstück in der Brienner Straße realisiert wird.

München - Die Pläne sind ambitioniert: Die Stadt möchte in alle Himmelsrichtungen des Umlandes Radschnellwege bauen. Vertiefte Untersuchungen liegen bereits für Verbindungen über Karlsfeld nach Dachau, über Kirchheim nach Markt Schwaben, über Unterhaching nach Oberhaching, über Planegg nach Starnberg sowie bis an die Stadtgrenze von Fürstenfeldbruck vor.

München: Radwegeausbau soll jetzt forciert werden

Während es bei all diesen Projekten mit der Umsetzung noch länger dauern wird, soll das erste Teilstück der 9,1 Kilometer langen Trasse vom Stachus bis zur Stadtgrenze im Norden bereits im kommenden Jahr angegangen werden. Dabei geht es um den Bereich vom Lenbachplatz über den Maximilianplatz bis zum Platz der Opfer des Nationalsozialismus (Teil A) und im weiteren Verlauf den Odeonsplatz und die Ludwigstraße (Teil B). Bereits für diese beiden Abschnitte rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten in Höhe von rund 22 Millionen Euro und einer Bauzeit bis Ende 2024. Die Detailplanung vom Siegestor über die Leopoldstraße und Ingolstädter Straße liegt noch nicht vor. Insegsamt sollen allerdings rund 900 Parkplätze zugunsten der Radspuren geopfert werden.

München: Verkehrssituation an Brienner Straße ist schon heute beengt

Ab der Kreuzung Ludwig-/Von-der-Tann-Straße ist in Richtung Norden eine Radwegbreite von drei Metern vorgesehen. Vom Stachus bis zu diesem Knotenpunkt orientiert sich die Stadt an der für den Altstadt-Radlring üblichen Breite von 2,30 bis 2,80 Meter. Die beiden Teilabschnitte sind ohnehin nahezu deckungsgleich mit dem Altstadt-Radlring. Allerdings stellt sich in der Brienner Straße ein gravierendes Planungsproblem, für das noch keine Lösung gefunden wurde. Die dortige Verkehrssituation ist schon heute beengt – und die MVG will auch noch einen Linienbusbetrieb. Vom Mobilitätsreferat heißt es in der Beschlussvorlage: „Aus Sicht des Radverkehrs wäre hier eine komplette Sperrung des motorisierten Individualverkehrs wie auch des Linienverkehrs zur Sicherheit notwendig und wünschenswert.“ Die Frage, ob die Brienner Straße künftig in einer oder sogar in beiden Fahrtrichtungen für Autos gesperrt wird, dürfte in den kommenden Monaten wohl heiß diskutiert werden. Und auch der Konflikt Radschnellweg und Linienbusbetrieb muss aufgelöst werden.

Nach den Vorstellungen des Radentscheids: SPD-Stadtrat Andreas Schuster zeigt den neuen Abschnitt des Altstadt-Radlrings am Thomas-Wimmer-Ring.Staudinger

Vom Mobilitätsreferat gibt es inzwischen auch einen Sachstandsbericht zur Umsetzung des Radentscheids. So seien viele Radwege verbreitert worden. An der Theresien-, Gabelsberger-, Elisen- und Rosenheimer Straße wurden die ehemals temporären Radwege dauerhaft eingeführt. Am Altstadt-Radlring ist der Abschnitt an der Blumenstraße zwischen Sendlinger Tor und Papa-Schmid-Straße befahrbar. Das Netz der Fahrradstraßen hat sich laut Verwaltung im Vorjahr auf 85 Routen mit einer Gesamtlänge von 40 Kilometern ausgeweitet. Zudem wurden 1800 neue Fahrradabstellplätze geschaffen und dafür 177 Kfz-Stellplätze umgewandelt.

Die SPD-Stadtratsfraktion ist zufrieden: „Wir haben in den letzten zwei Jahren viel für sicheren und komfortablen Radverkehr in der Stadt umgesetzt“, sagt der radpolitische Sprecher Andreas Schuster. Die SPD spricht sich unterdessen dafür aus, in der Rosenheimer Straße in Haidhausen mit dem Modellversuch für baulich abgetrennte Radwege zu starten. Wie berichtet, will die Stadt sogenannte Protected Bike Lanes testen. Dabei handelt es sich um Radwege, die nicht nur farblich markiert sind, sondern zum Beispiel mit Pollern vom Autoverkehr abgetrennt werden.

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