Im Innern der Erinnerung

Erste Einblicke ins NS-Dokuzentrum

NS-Dokuzentrum München
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Am Donnerstag öffnet das NS-Dokuzentrum München fast schon mit einem Staatsakt. Am Mittwoch öffnete sich der weiße Würfel zur Vorbesichtigung.
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Am Donnerstag öffnet das NS-Dokuzentrum München fast schon mit einem Staatsakt. Am Mittwoch öffnete sich der weiße Würfel zur Vorbesichtigung.
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Am Donnerstag öffnet das NS-Dokuzentrum München fast schon mit einem Staatsakt. Am Mittwoch öffnete sich der weiße Würfel zur Vorbesichtigung.

München - Am Donnerstag öffnet das NS-Dokumentationszentrum München fast schon mit einem Staatsakt. Am Mittwoch durfte die Presse zur Vorbesichtigung in den weißen Würfel.

Nichts ist geschwungen an diesem Haus, alles eckig, außen wie innen – und genauso sperrig ist die Ausstellung. Heute öffnet das NS-Dokuzentrum fast schon mit einem Staatsakt und internationalen Gästen. Gestern öffnete sich der weiße Würfel zur Vorbesichtigung. Jetzt geht es ins Innere der Erinnerung.

Auf den Tag genau vor 70 Jahren haben die US-Soldaten der Rainbow Division das Stadtschild mit der Aufschrift „Hauptstadt der Bewegung“ abgeschraubt – und München vom Naziterror befreit. Wie konnte die Stadt zum Nest der braunen Brut werden? „Es wird Zeit, dass wir diese historische Verantwortung annehmen“, sagt Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Und warum? „Weil das, was einmal geschehen ist, wieder geschehen könnte“, sagt OB Dieter Reiter (SPD). „Dieser Teil unserer Geschichte ist niemals abgeschlossen.“

Wohl wahr: Für den Eröffnungstag meldete ein verurteilter Neonazi eine Demo gegen das Zentrum an – im Angesicht der eingeladenen KZ-Überlebenden. Die Stadt verbot die Aktion, jetzt hat das Verwaltungsgericht das bestätigt.

Auf Tafeln, Schaubildern und Bildschirmen zeigt die Ausstellung Texte und Bilder – zusammengenommen ein dickes Buch. Das NS-Dokuzentrum will kein Museum sein. Es ist ein aufwühlender Ort gegen das Vergessen – wie die Münchner den Massenmörder salonfähig machten bis hin zum Monitor mit den heutigen Meldungen über Neonazi-Übergriffe.

Der gescheiterte Putsch

Schon 1920 gründete sich die NSDAP in der Stadt. Hitler faszinierte mit seinen Hetzreden nicht nur die Massen, sondern auch Bildungs- und Wirtschaftsdynastien wie die Bechsteins, Hanfstaengls und Bruckmanns. Beim Putsch von 8./9. November 1923 übernahmen Hitler und seine Schergen sich noch. Bewaffnete SA-Verbände versetzten die Stadt in Schrecken – die Polizei schlug den Aufstand nieder.

Die Machtergreifung

Am 30. Januar 1933 wird Hitler in Berlin zum Reichskanzler ernannt. Bei der Reichstagswahl am 5. März schneidet Hitler in München mit 38 Prozent schlechter ab als im Schnitt von 44 Prozent. Die Macht holt er sich mit Gewalt: Am 9. März lösen SA-Schläger Tumulte aus, hissen die Hakenkreuzflagge am Rathaus. In wenigen Tagen werden OB Karl Scharnagl und die Landesregierung aus den Ämtern gedrängt.

Vertreibung und Vernichtung

Einen Tag nach der Machtübernahme im Rathaus schreiten die Nazis zur Tat: SS-Männer hetzen den angesehenen, jüdischen Anwalt Michael Siegel durch die Stadt. Er hatte sich im Präsidium für einen Mandanten eingesetzt. Schon wenige Tage später wird am 22. März 1933 das KZ Dachau eröffnet. Allein im März nimmt die Politische Polizei 5000 politische Gegner fest, mehr als 2000 davon kommen ins KZ.

Der Widerstand

Sie sind die mutigen Münchner – und sie bezahlten mit ihrem Leben: Nicht nur die Studenten der Weißen Rose widersetzten sich, auch Geistliche, katholische Königstreue, Zeugen Jehovas, vor allem die Arbeiterbewegung opponierte. Viele Kommunisten und Sozialdemokraten kämpften im Untergrund gegen die Nazis – bis die Gestapo einen Spitzel einschleuste, der Hunderte Widerständler verriet.

dac

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