Übergriffe auf der Couch

Vergewaltigungs-Vorwürfe: Ex-Hochschuldirektor erneut vor Gericht

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Ex-Hochschuldirektor erneut wegen sexueller Übergriffe vor Gericht (Archivfoto).

Ist er ein brutaler Vergewaltiger - oder Opfer eines Rachefeldzugs? Siegfried M. (63) steht erneut vor Gericht. Zwei Frauen werfen dem früheren Rektor der Musikhochschule brutale Übergriffe vor. 

München - Laut Anklage soll er eine Frau, die sich auf eine Stelle als Assistentin beworben hatte,in seinem Büro vergewaltigt haben. Eine andere Frau soll er drei Mal jeweils bei Bewerbungsgesprächen sexuell genötigt haben. 

„Diese Vorwürfe erschüttern mich“, sagte M. aus. „Es ist ein Anschlag auf mein Leben.“ Bis zu 13 Jahre liegen die mutmaßlichen Taten zurück. In den Vorwürfen sieht M. „die späte Rache von enttäuschten Frauen“. Er selbst sei „ein zutiefst friedfertiger Mensch“. Die Frauen schildern es anders - in ihren Aussagen wirkt der Musik-Professor wie ein Monster. Unter Tränen schilderte Petra K. (54, Name geändert) am Montag: „Wir saßen auf dem Sofa und sprachen über den Job. Plötzlich hat er mich umfangen und geküsst. Ich war perplex.“

Mit Gewalt habe M. sie auf den Bauch gedreht. „Von hinten machte er sich dann an mir zu schaffen. Danach sagte er: Jetzt ist das Sofa eingeweiht.“ Kopfschüttelnd verfolgte M. die Aussage. Er gab an, der Sex sei einvernehmlich gewesen. „Sie war mir zugewandt und sagte nie, dass ich aufhören soll.“ 

Angeblich hätten beide eine Affäre gehabt. Dass es vier Mal zum Sex kam, bestätigt Petra K. Sie war erst zur Polizei gegangen, als sie 2016 vom ersten Prozess gegen M. hörte - das Landgericht hatte ihn zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er eine Kollegin bedrängt hatte. „Er hatte mehr als 100 Affären und Verehrerinnen. Es ist fast ein Wunder, dass es nicht mehr Anzeigen gab“, kritisierte Verteidiger Philip Müller.

Keinen einzigen Beweis gebe es für die angeklagte Tat: „Er ist nicht der Harvey Weinstein der Musikbranche.“

Lesen Sie auch: Nach den Sex-Vorwürfen kämpfte der Professor Anfang dieses Jahres noch um seinen guten Ruf

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