Umwandlung steht bevor

"Feierbanane" zu laut: Wohnungen werden zu Büros

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In diesem Haus (r.) an der Ottostraße sollen fünf Wohnungen in Büros umgewandelt werden.

München - Fürs Wohnen ist es hier zu laut: Deshalb darf eine Hausbesitzerin fünf Wohnungen an der Ottostraße in Büros umwandeln.

So wird voraussichtlich das Urteil des Verwaltungsgerichtes in einem Rechtsstreit lauten, den die Hausbesitzerin gegen die Stadt München austrägt.

Die „Feierbanane“ in der Münchner Innenstadt zieht vor allem an den Wochenenden das junge Partyvolk an, das vom Glockenbachviertel über den Sendlinger-Tor-Platz bis zum Maximiliansplatz durchfeiern kann. An letzterer Adresse befinden sich gleich vier Clubs unter einem Dach. Für die Mieter des Eckhauses an der Ottostraße zur Max-Joseph-Straße war das nicht zum Aushalten. Sie zogen einer nach dem anderen aus, weil es ihnen einfach zu laut war – und zu dreckig.

„Ich kann diese Wohnungen einfach nicht mehr vermieten, zumindest nicht zu angemessenen Preisen“, klagt die Dame stellvertretend für die Gesellschaft, der das Anwesen gehört. Nicht nur, dass die Clubs zum Morgen geöffnet haben und auch auf der Straße Lärm zu hören sei. Auch Müll und Dreck auf der Straße laden an einem Sonntagmorgen nicht zu einem Spaziergang rund um den Maximiliansplatz ein. Darum beantragte die Gesellschaft bei der Stadt ein „Negativattest“, das ihr ermöglichen würde, die Wohnungen als Büros zu vermieten. Die Stadt lehnte das ab, die Gesellschaft klagte – voraussichtlich mit Erfolg.

Richterin Marion Pauli-Gerz ließ bei der Verhandlung gestern durchblicken, dass eine Wohnnutzung in der Ottostraße wegen der innenstadttypischen Nutzungen vor Ort nicht genehmigungsfähig sei. „Das heißt aber nicht, dass Wohnen in der Innenstadt generell nicht möglich wäre.“ Wohnen sei aber nur da möglich, wo es nicht zu laut ist. „Die Stadt muss sich als Genehmigungsbehörde überlegen, ob sie drei, vier Discos genehmigen soll.“ Das Urteil wird den Beteiligten in den kommenden Wochen zugestellt.

Johannes Welte

Mieter zog nach Tutzing um

Jahrelang versuchte Gerd V. (61) mit dem Disco-Lärm am Maximiliansplatz zu leben. Zwar lieht das Haus, in dem er wohnte und um das es ging, an der Ottostraße, doch die Discotheken befinden sich in Sicht- und vor allem Hörweite. „Bis zum frühen Morgen konnte ich nicht schlafen. Wegen des Stress’ erlitt ich einen Hörsturz“, so der Kaufmann zur tz. Jetzt ist er nach Tutzing am Starnberger See gezogen. „Hier ist es schön ruhig“, freut sich Gerd V. Foto: Schlaf

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