Steht das Ende der Traditionshäuser bevor?

Mega-Deal: Franziskaner soll Shopping Mall weichen

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Das Franziskaner in der Residenzstraße heuer im Juli.

München - Da ist Ärger vorprogrammiert: Der Franziskaner in der Residenzstraße soll einer Mode-Kette weichen - und dafür in den Löwenbräukeller ziehen. Was ist dran an den Gerüchten?

Es ist eines der exklusivsten Einkaufsviertel in München: Rund um Maximilianstraße und Max-Joseph-Platz reihen sich Louis Vuitton, Hermés und Prada dicht aneinander. Wem beim ausgiebigen Shoppen in den Edelboutiquen der Magen knurrt, der bestellt sich im

Franziskaner in der Residenzstraße

schnell ein halbes Hendl oder einen Schweinsbraten. Doch das könnte in Zukunft passé sein:

Wie die Bild-Zeitung berichtet

, soll Franziskanerpächter Edi Reinbold den Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz gekauft haben. Insider-Berichten zufolge soll in das Gebäude des Franziskaners eine Bekleidungskette einziehen. 

Vielen dürfte das ein Dorn im Auge sein. So auch der Stadtregierung. Denn mit dem Franziskaner müsste eines der letzten Traditionshäuser einem weiteren Konsumtempel weichen. Und die gibt es in München bereits en masse. Conrad Mayer, Chef des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, zeigte sich schockiert über das Vorhaben der Immobilien-Familie August von Finck, der das Gebäude gehört: "Wenn der Franziskaner ersatzlos gestrichen wird, ist das ein echter Wirtshausskandal", entrüstet sich Mayer. 

Was passiert mit dem Löwenbräukeller?

Gerüchten zufolge soll nicht einmal das Gebäude in seinem jetzigen Zustand erhalten bleiben: Wie die Bild berichtet, zieht sich von Finck immer weiter aus dem Gastronomiegeschäft zurück - das Gebäude könnte entkernt oder sogar komplett abgerissen werden.

Der Franziskaner wird am Stiglmaierplatz in das Gebäude des Löwenbräukellers einziehen. Der gehörte bislang dem Wiesnwirt Christian Schottenhammel. Dessen Vertrag läuft jedoch nur noch bis Ende 2017. "Der Löwenbräukeller ist erst einmal eine Immobilie für mich", sagt Franziskaner-Pächter Reinbold der Bild Zeitung. Der Deal, den von Finck seinem Pächter Reinbold angeboten haben soll, wird wohl aufgehen: Franziskaner gegen Löwenbräukeller - ein gewiefter Schachzug. 

Reinbold sagt dazu, lieber übernehme er den Löwenbräukeller als irgendein ausländischer Investor. Dass sein Franziskanergebäude aber wahrscheinlich in die Hände eines solchen Investors fallen könnte, hat der Wiesnwirt dabei wohl nicht bedacht. Offiziell bestätigt ist der Millionen-Deal jedoch noch nicht.

sb

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