Siemens-Baustelle am Wittelsbacherplatz

Hier steht der höchste Kran der Stadt

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Er ist 85 Meter hoch, hat eine 70 Meter lange Quertraverse und wiegt 120 Tonnen - der höchste Kran der Stadt (l.).

München - Am Samstag gegen 17 Uhr war es so weit: Der höchste Kran der Stadt steht! Er verteilt auf der Siemens-Großbaustelle am Wittelsbacherplatz das angelieferte Baumaterial.

Als die Dämmerung über die Stadt hereinbrach, war das Monstrum endlich aufgebaut. Anderthalb Tage lang setzten die fleißigen Arbeiter auf der Siemens-Baustelle am Wittelsbacherplatz tonnenschwere Stahlteile aufeinander und verschraubten sie – am Samstag gegen 17 Uhr war es so weit: Der höchste Kran der Stadt steht!

Maschinenmeister Alois Schropp (59) leitet die Arbeiten.

„Er ist 85 Meter hoch, hat eine 70 Meter lange Quertraverse und wiegt 120 Tonnen. Rund 15 Meter tief steht er in der Baugrube auf der Bodenplatte – 70 Meter ragt er in den Himmel und ist damit in etwa so hoch wie die Spitze der Theatinerkirche“, sagt Alois Schropp (59), der für den Kran-Aufbau verantwortlich ist. Überragt wird der Stahlkoloss aktuell noch von einem 122 Meter hohen Autokran (400 Tonnen Hebekraft!), der für den Aufbau benötigt wurde, aber wieder entfernt wird. Damit stehen nun drei Kräne auf der ultramodernen Baustelle, auf der bis Ende 2015 die neue Konzernzentrale gebaut wird. „Sie sind notwendig, weil wir die Baustelle fast nur vom Altstadtring aus erschließen, aber immer mehr Material transportieren“, sagt Projektleiter Thomas Braun. Ihre Aufgabe: Sie verteilen das angelieferte Bau-Material.

Es ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung eines der modernsten Gebäude in ganz Europa! „Momentan betonieren wir die Bodenplatte und legen die Bewehrung. Wir sind voll im Terminplan“, sagt Braun. Die weiteren Schritte: Siemens gibt jetzt Vollgas beim Rohbau. „Voraussichtlich im Juni kommen wir in die Erdgeschoss-Ebene. Über den Winter bauen wir die drei Untergeschosse.“ Der komplizierteste Teil! Denn bei minus zehn Grad, starkem Wind oder Schnee müssen die Arbeiten ruhen. 70 Arbeiter werkeln aktuell auf Münchens größter Innenstadt-Baustelle (11 000 qm) – bis zu 300 werden es, wenn die 1,20 Meter starke Bodenplatte liegt und die Wände gebaut werden. „Im Sommer 2014 wird der Rohbau erstmals von außen wahrnehmbar über die Schallschutzwand hinauswachsen“, sagt Braun. Dann sieht ganz München das neue Schmuckstück!

Riesenkran: Er baute ihn

Steffen Kader.

Lässig sitzt er im Führerhaus, einen runden Hebel in jeder Hand, vor und über ihm blinken Instrumente. Mit seinen Händen schwenkt Steffen Kader (47) tonnenschwere Stahlteile, bedient Wippe und Hubseil – auf der ultramodernen Siemens-Baustelle ist er der Herr der Kräne. „Bei meiner Arbeit muss ich mich stark konzentrieren, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.“ Und Präzision: Am Samstagnachmittag steuerte Kader mit seinem Auto-Kran den 50 Tonnen schweren Turm auf den gelben Kransockel, danach auch das Führerhaus und die beiden Kranausleger in 85 Metern Höhe – insgesamt gingen 120 Tonnen Stahl durch Kaders Finger. Trotz Wind und Regen! Tief unter seinem Ledersitz brummen zwei Motoren mit 1012 PS. „Die Steuerung funktioniert wie bei einem Airbus“, sagt der Kranführer. „Ich bediene die Geräte von Hand.“

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Von 2010 bis 2016: So läuft der Siemens-Bau

Im Juni 2010 gab Siemens gemeinsam mit der Stadt den Neubau der Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz bekannt. 2016 werden hier auf sechs Etagen bis zu 1200 Mitarbeiter in ein ultramodernes und nachhaltiges Gebäude einziehen. Beim tz-Besuch im Dezember 2012 rollten noch Bagger über die Baustelle, die Häuserfassaden abrissen. 170 000 Kubikmeter Schutt wurden abgetragen – unter anderem von einem 100-Tonnen-Longfront-Bagger. Drei Monate später wurde die zehn Meter hohe und 300 Meter lange Lärmschutzwand aufgebaut. Im Juli waren die oberidischen Gebäude verschwunden, die Baugrube wuchs, das erste Untergeschoss war weg – bei einer Feier am Wittelsbacher Platz legte Siemens den Grundstein. Mittlerweile sind drei von sechs Kränen aufgebaut. Im Frühjahr 2014 soll das Erdgeschoss entstehen, Anfang 2016 ist der Einzug ins Gebäude geplant.

Andreas Thieme

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