Baustelle am Josephsplatz

Riesen-Ärger um diese Monstergrube

+
Viereinhalb Etagen soll die Anwohnertiefgarage am Josephsplatz umfassen. Ein weiteres Gutachten soll nun klären, ob es dort zu laut werden könnte.

München - Die Anwohnertiefgarage, die derzeit am Josephsplatz gebaut wird, bleibt ein Zankapfel. Ein Anwohner hat wegen des befürchteten Lärms gegen die Stadt geklagt. Am Montag befasste sich das Verwaltungsgericht damit.

16 Wohneinheiten im Gebäude an der Hiltenspergerstraße 2, eine Werbeagentur und ein Friseur im Haus mit der Nummer 1: Ein Ortstermin sollte am Montag Richtern, Kläger und Stadt bei der Einschätzung helfen, um welche Gebietskategorie es sich rund um den Josephsplatz handelt – und vor allem, wie laut es dort deshalb werden darf. Es geht um die Anwohnertiefgarage, die derzeit auf dem Platz in der Maxvorstadt entsteht. Wie berichtet, sollen 265 Pkw darin Platz finden.

Ein Anwohner hat nun gegen den Bauherren, die Stadt München, geklagt – aus Lärmschutzgründen. Es ist ein allgemeines Wohngebiet – das hat die Inaugenscheinnahme ergeben. Der Lärm darf dort tagsüber 55 Dezibel, nachts 40 Dezibel nicht überschreiten.

Baugrube am Josephsplatz ist schon 15 Meter tief

Ortstermin an der Baustelle: Verwaltungsrichter Marion Pauli-Gerz und Johann Haider am Josephsplatz.

Ein vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof beauftragtes Gutachten durch den TÜV Süd hatte bereits ergeben, dass alle Werte eingehalten würden. Doch der Klägervertreter hatte ein weiteres veranlasst. Demnach wäre der Lärm nicht zumutbar. Ziel der Klägerseite ist die Aufhebung der Bescheide zur Bauerlaubnis. Und das, obwohl der Bau schon weit vorangeschritten ist. Rund 15 Meter tief ist die Grube vor St. Joseph inzwischen, viereinhalb Stockwerke soll die Garage einmal fassen – dort, wo vor rund einem Jahr Baumbesetzer für Aufruhr sorgten, bevor die Stadt sie in die Schranken wies.

Der Kläger befürchtet, dass es am Josephsplatz durch die zahlreichen Ein- und Ausfahrten aus der Garage lauter wird als erlaubt. Ganz im Gegenteil zu Stefan Reinhold von der P+R Park & Ride GmbH. Als Betreiber von fünf Tiefgaragen in München – unter anderem zweier vergleichbarer Bauten an der Kellerstraße (310 Stellplätze) und der Donnersbergerstraße (284 Stellplätze) – stellte er am Montag vor Gericht seine Messungen vor. Diese hätten ergeben, dass es zu den lautesten Nachtstunden nur zwölf Bewegungen gebe, auch die Höchstwerte seien unter dem geforderten Wert der Parkplatzlärmstudie. Dass nur sechs Messtage repräsentativ sein können, bezweifeln die Kläger. Eine Rolle spielt dabei auch die Aktualität der Parkplatzlärmstudie, die als Grundlage zur Berechnung herangezogen wird.

"Aussagen sehr widersprüchlich" - wohl weiteres Gutachten nötig

Streitpunkt war unter anderem das Raumwinkelmaß. Genauso wie die Tatsache, ob das Garagentor, wenn es geöffnet ist, den Lärm reflektiert oder eben nicht. Um die genauen Berechnungen streiten sich die Parteien vor Gericht, und werden es wohl noch einmal tun. Wenn „die Aussagen sehr widersprüchlich“ seien, wie Vorsitzende Richterin Marion Pauli-Gerz sagte, werde man voraussichtlich ein weiteres Gutachten in Auftrag geben.

Die Stadt München will als Beklagte, dass die Klage abgewiesen wird. Klar ist, dass die Pflastersteine im Einfahrtsbereich der Garage gegen eine Asphaltdecke ausgetauscht werden.

von Andrea Steiler

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

U-Bahn-Attacke: Kolumbianische Studenten von Trio verprügelt
U-Bahn-Attacke: Kolumbianische Studenten von Trio verprügelt
Nach Hunde-Attacke: Jetzt spricht die Mutter von Isabelle (6)
Nach Hunde-Attacke: Jetzt spricht die Mutter von Isabelle (6)
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Ex-Tramfahrer packt aus: Münchner Fahrgäste sind verwöhnt
Ex-Tramfahrer packt aus: Münchner Fahrgäste sind verwöhnt

Kommentare