Kinder sollen Angst vor Behandlung verlieren

In dieser Klinik werden Teddybären verarztet

München - In einer ungewöhnlichen Klinik dürfen über 700 Zwergerl ihre Kuscheltiere von Medizinstudenten verarzten lassen – und sollen dadurch lernen, dass sie vor Ärzten und dem Krankenhaus keine Angst haben müssen.

Das Fell juckt, im Bauch grummelt’s und auch ein Zahn tut weh: Der Teddy ist traurig, jetzt muss er zum Doktor.

„Aber das ist gar nicht schlimm“, sagt die Ärztin zur kleinen Maja (4). „Hier untersuchen wir ihn, und dann streichelst du ihn wieder ganz lieb, damit er schnell gesund wird.“ Damit ist Maja einverstanden – und flitzt schnell zu ihrer Mama. „War gar nicht schlimm“, sagt sie , grinst vergnügt und drückt ihr Kuscheltier ganz doll an sich.

Willkommen in der Klinik der Teddybären! Hier dürfen über 700 Kindergartenkinder ihre Kuscheltiere von Medizinstudenten verarzten lassen – und sollen dadurch lernen, dass sie vor Ärzten und dem Krankenhaus keine Angst haben müssen. Seit Montag läuft die Initiative der LMU und TU, los ging’s im Pfarrsaal der Gemeinde St. Bonifaz. Auf spielerische Weise können die Kinder die Arzt-Patient-Situation kennenlernen, ohne selbst Patient zu sein – von der Aufnahme über das Warten bis zur Untersuchung. Die tz zeigt drei süße Behandlungs-Beispiele und wünscht: Gute Besserung!

Andreas Thieme

Hundi im OP: Alles ok!

Was hat er nur? „Mein Hundi ist krank“, sagt die kleine Elvana. Schon seit Tagen schaut ihr Freund aus Fell sooo traurig! In der Ambulanz untersucht Studentin Maria das Kuscheltier vorsichtig und führt eine kurze Beatmung durch. Im Handumdrehen hat sie die Lösung – und empfiehlt eine spezielle Therapie: „Du darfst drei Mal täglich mit deinem Hundi kuscheln, dann geht es ihm ganz schnell wieder besser“, sagt die nette Ärztin.

Warm anziehen hilft bei Halsweh

„Es war so kalt draußen. Jetzt hat meine Puppe Halsweh bekommen“, sagt die kleine Farina (5). „Nicht so schlimm, das kann ja mal passieren“, sagt Studi-Doktor Richard. Der Medizinstudent schaut ihr ganz sanft in den Hals und schreibt dann ein Rezept: „Ich empfehle Bettruhe und schön warm anziehen. Dann wird es schnell wieder besser“.

Huhn abhören im Krankenwagen

Kurzbesuch im Krankenwagen: „Mein kleines Huhn hat sich Aua am Bein gemacht“, sagt die kleine Antonia traurig. Oh je: Ihr Kuscheltier ist hingefallen. Aber es hat Glück: gebrochen ist nichts. Antonia strahlt: „Da bin ich so froh“, sagt sie – und hört ihr Huhn gleich nochmal ab. Krankenschwester Anja hilft dem kleinen Mädchen dabei: „Dein Huhn ist jetzt wieder gesund“, sagt sie.

Rubriklistenbild: © Jantz

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