Abriss abgewendet

Lösung im Streit um die Paul-Heyse-Villa

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Die Villa, in der der Münchner Dichter Paul Heyse von 1830 bis 1914 wohnte, bleibt erhalten.

München - Der jahrelange Streit um die Paul-Heyse-Villa ist beendet. Die Villa des Münchner Dichters bleibt erhalten, zusätzlich wird aber ein neues Wohnhaus auf das Grundstück gebaut.

Die Landeshauptstadt München und der Eigentümer Carlos Graf Maltzan haben sich in einem gerichtlichen Vergleich auf die zukünftige Bebauung des Grundstücks an der Luisenstraße 22 geeinigt.„Ich bin glücklich darüber“, sagte Thomas Krämer von der Lokalbaukommission, der die Stadt in diesem Verfahren vertrat.

Die Villa, in der der Münchner Dichter Paul Heyse von 1830 bis 1914 wohnte, bleibt erhalten. Eigentümer Maltzan möchte an der Süd-Westecke des Grundstücks zusätzlich ein dreigeschossiges Gebäude errichten. Die Nutzung muss nun geklärt werden, doch zumindest die oberen Geschosse werden Wohnungen, so Maltzan. Der Neubau werde sich dank des historisierenden Stils gut in die Umgebung in der Nachbarschaft der Glyptothek einfügen und die denkmalgeschützte Villa weiter hinten auf dem Grundstück nicht überragen. Die Grundstücksmauer vorne am Gehsteig muss weichen, doch dafür wird die denkmalgeschützte Villa dann von der Straße aus besser zu sehen sein. An die Stelle des jetzigen Anbaus mit einer Weinhandlung kommt die Einfahrt zur künftigen Tiefgarage.

„Der Aufwand in diesem Verfahren war gigantisch“, sagte die Richterin nach der Einigung. Besitzer, Anwohner, Behörden und Bezirksausschuss hatten seit 2013 über die Gestaltung des Grundstücks gestritten. Der vorherige Besitzer hatte die Villa abreißen wollen um ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude zu errichten. Doch das Planungsreferat lehnte den Abriss ab: Das Gebäude sei denkmalgeschützt.

Freier Blick auf die Villa und das neue Wohnhaus: Die Simulation zeigt im Hintergrund die Paul-Heyse-Villa, rechts mit gelber Fassade den Neubau. Ob dieser genau so aussehen wird, ist noch nicht ganz sicher. Sicher ist dagegen, dass der Laden links im Bild einer Tiefgarageneinfahrt weichen muss.

Auch die Anwohner und der Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt hatten sich für die Erhaltung der Villa stark gemacht. Die Bewohner der Villa sammelten 5000 Unterschriften für den Erhalt des Gebäudes.

2015 kaufte der Architekt Carlos Graf von Maltzan das Grundstück, auch er zweifelte den Denkmalwert des Hauses an. Doch mit dem Vergleich verzichtet er auf weitere Anträge, die auf Veränderungen an der Villa abzielen, die Stadt dagegen verpflichtet sich seinen Antrag auf Vorbescheid bis Mitte März zu genehmigen. Baubeginn sei frühestens in zwei Jahren, so Maltzan. Als erstes wolle er mit den Mietern der Paul-Heyse-Villa sprechen. 

Die Paul-Heyse-Villa ist nicht der einzige Denkmalschutz-Streitfall in München. In Laim beispielsweise ist eine historische Villa vom Abriss bedroht. Was im Jahr 2017 in der Maxvorstadt ansteht, lesen Sie in unserer Jahresvorschau für den Stadtbezirk.

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