Hier braut sich was zusammen

Löwenbräu erwägt Umzug - bald Wohnungen statt Brauerei?

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Noch wird hier Bier gebraut: Zieht Löwenbräu weg, könnten hier auch Wohnungen entstehen.

Löwenbräu prüft einen Umzug in die Spaten-Brauerei. Auf dem frei werdenden Areal könnten Wohnungen errichtet werden. Zusammen mit einem weiteren Abriss in der Nachbarschaft entstünde so ein neues Wohnviertel in bester Lage. Der Bezirksausschuss mahnt aber zur Vorsicht.

München - So wie weiland bei den Nymphenburger Höfen soll es nicht noch mal enden. Nach dem Abriss der Abfüllerei 2007 waren auf dem Löwenbräu-Gelände Luxuswohnungen entstanden. Und als vor zwei Jahren Pläne bekannt wurden, die gar einen Umzug der kompletten Brauerei auf das angrenzende Spaten-Areal vorsahen, schlug der Bezirksausschuss Maxvorstadt Alarm. „Wir haben damals schon einen Appell an die Stadt gerichtet, das Maximale an sozialverträglichen Wohnungen herauszuholen“, sagt Vorsitzender Christian Krimpmann. Eben nicht wie bei den Nymphenburger Höfen. Und nun sind die Löwenbräu-Pläne wieder akut. „Unsere Haltung hat sich natürlich nicht geändert“, sagt Krimpmann.

Das Gelände gehört nicht Löwenbräu

Denn dem Bierbrauer laufen die Kosten davon. Das Gelände gehört nämlich nicht Löwenbräu, sondern der Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA. Und laut Vertrag erhöht sich 2018 die Pacht deutlich, von 650 000 Euro auf rund 6,5 Millionen Euro im Jahr. „Daher prüfen wir gemeinsam mit dem Eigentümer, ob sich alternative Möglichkeiten anbieten, das Gelände zu nutzen“, sagt Claudia Hauschild, Sprecherin der AB-InBev-Gruppe, zu der sowohl Löwenbräu als auch der benachbarte Brauer Spaten gehören. Der Zusammenschluss ist die weltgrößte Brauereigruppe.

Das gesamte Brauereigelände sei sehr sehr weitläufig, sagt Hauschild weiter. „Und wir nutzen diese Flächen nicht voll aus.“ Daher seien alternative Möglichkeiten denkbar. Da man sich noch am Anfang des Prozesses befinde, sei unklar, ob das Löwenbräu abgerissen werde. „Uns geht es darum, den Standort München optimal zu nutzen.“

Löwenbräu wurde 1746 gegründet. Seit 1826 wird an der Nymphenburger Straße gebraut. Es ist auch nicht das erste Mal, dass der AB-InBev-Konzern über einen Umzug nachdenkt. Langwied war eine Option, 2010 entschied sich der Konzern aber für den Verbleib in der Maxvorstadt. Stattdessen zog Paulaner an die östliche Stadtgrenze.

Neues Wohngebiet in bester Lage

Sollte es nun tatsächlich zu einem Umzug kommen, könnten auf dem Gelände zwischen Sandstraße und Nymphenburger Straße Wohnungen errichtet werden. Sollten auch auf dem benachbarten Gelände des Amtsgerichts neue Wohnungen gebaut werden, würde in der Maxvorstadt ein neues Wohnviertel in bester Lage entstehen. Das Amtsgericht soll bekanntlich in das neue Justizzentrum am Leonrodplatz umziehen. Die CSU reagierte am Freitag eigens mit einer Pressemitteilung auf diese Nachricht. „Wir freuen uns, wenn private Investoren die Initiative ergreifen und Wohnungen bauen“, sagt Stadtrat Hans Theiss. Und Stadtrat Richard Quaas wünscht sich, dass ein wesentliches Element der Brauerei in die Pläne einbezogen wird. „Das Sudhaus sollte integriert werden, um auf die Tradition des Viertels hinzuweisen.“

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