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Leuchtendes Mahnmal für den Frieden

Ein Blumenmeer, wo einst die Nazis marschierten

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Hüfthohe Mohnblumen aus Kunstseide sollen ab 11. November drei Wochen lang auf dem Königsplatz stehen – dort, wo einst das nationalsozialistische Regime seine Soldaten aufmarschieren ließ.

Der Künstler und Wahlmünchner Walter Kuhn hatte zwar das Glück, Zeit seines Lebens nie im Krieg aufgewacht zu sein. Doch das Thema beschäftigte ihn schon immer, weshalb er es immer wieder künstlerisch verarbeitet.

Auf dem Münchner Königsplatz plant er seine nächste Aktion. Ab 11. November werden dort 3000 überdimensionale Mohnblumen stehen, jede 70 Zentimeter breit und hüfthoch.

Krieg und Zerstörung lassen Kuhn seit seiner Kindheit in Nürnberg nicht mehr los. „Wir spielten in den Trümmern der zerbombten Stadt, obwohl es unsere Eltern und Großeltern immer verboten haben“, erzählt der 72-Jährige. „Schließlich lauerten überall Blindgänger. Aber erst viel später musste ich darüber nachdenken, in welch abenteuerlicher Szenerie wir Kinder eigentlich spielten – und warum alles zerstört war.“

Etwa 80 000 Euro kostet das Projekt, das der Künstler Walter Kuhn ins Leben gerufen hat. Der 72-Jährige will mit seinen Installationen zum Frieden mahnen.

Noch viel später, am Sterbebett seiner Tante vor etwa drei Jahren, überwältigte ihn die Erinnerung an die Folgen des Krieges erneut, als er folgende letzte Geschichte von ihr hörte: „Zum ersten Mal erzählte sie mir, dass sie als junge Frau Flak-Helferin gewesen ist, mit 20. Und als sie nach ihrem Einsatz nach Hause radelte, stand sie vor dem Nichts. Am 2. Januar 1945 war fast alles im Flammenmeer von Nürnberg abgebrannt.“

Unter anderem diese Geschichte bewegt Kuhn nun dazu, erneut eine Kunstinstallation zu planen, die in der einstigen „Hauptstadt der Bewegung“ aufrütteln soll. „Hitler und seine Gehilfen haben so viele schöne Orte der Stadt für die eigene Legende vereinnahmt, wie den Odeonsplatz samt Feldherrnhalle oder den Königsplatz“, sagt Kuhn. Es sei daher Zeit, diese Plätze endgültig zurückzuerobern. „Man kann nicht oft genug an den Frieden mahnen. Schauen Sie sich um: Syrien, Afghanistan, Ukraine...“ Kuhn ist überzeugt: „Krieg als Mittel von Politik sollte für alle Zeit verbannt werden, auch wenn das naiv klingt. Krieg hat noch nie irgendwelche Probleme gelöst.“

Für die Kunstaktion auf dem Königsplatz ließ sich Kuhn auch von den Engländern inspirieren. Dort erinnern die Menschen seit jeher am 11. November an das Ende des Ersten Weltkrieges und dessen unzählige Opfer. „Wenn Sie am 11. November in England sind, werden sie sehr häufig jemanden sehen, der eine echte Mohnblume am Revers trägt, um an das Grauen des Krieges zu erinnern. Ich finde, das ist eine sehr passende Form des Gedenkens“, sagt Kuhn.

HÜSEYIN INCE

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Maxvortstadt – mein Viertel“.

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