Nach Planungspanne wieder ausgeschrieben

Kostenexplosion: So teuer könnte der neue Arnulfsteg werden

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So soll der Arnulfsteg einmal aussehen.

München - Der Arnulfsteg könnte doch kommen. Die Stadt will die Querung über die Bahngleise zwischen Donnerstberger- und Hackerbrücke nun doch realisieren - für richtig viel Geld.

München - Der Arnulfsteg wird deutlich teurer als zunächst kalkuliert. Nach der Baupanne vor etwa einem Jahr musste neu ausgeschrieben werden. Jetzt rechnet die Stadt mit Baukosten von rund 22 Millionen Euro. Das sind vier Millionen mehr als bei der ursprünglichen Planung.

Wie berichtet, hatte die Stadt der mit dem Bau beauftragten Arbeitsgemeinschaft (Arge) gekündigt. Die zwei Unternehmen des Ingenieurs- und Stahlbrückenbaus hatten den Baustart nicht einhalten können. Sie behaupten, dass aus den städtischen Ausschreibungsunterlagen nicht hervorgehe, dass die Brückenteile eine spezielle Form haben müssten. Die Verwaltung bestreitet das. Der Konflikt soll bei einem Gerichtsverfahren geklärt werden.

Das Baureferat hat derweil den Bau des 242 Meter langen gläsernen Stegs über die Bahngleise neu ausschreiben müssen. Mit einer entsprechenden Vorlage wird sich der Bauausschuss in der kommenden Woche befassen.

Informationen unserer Zeitung zufolge werden die neuen Gesamtkosten auf nunmehr 22 Millionen Euro taxiert, also vier Millionen Euro mehr als ursprünglich eingeplant. „Die Preismehrung entsteht aufgrund der neuen Ausschreibung“, sagt CSU-Bauexpertin Evelyne Menges. „Das Baureferat kalkuliert mit viel Luft. Und es steht noch der Prozess gegen die Arge aus. Es kann sein, dass wir da noch Schadensersatz bekommen.“ Die Stadt habe zudem keine andere Wahl, als an den Planungen festzuhalten. „Wenn wir aussteigen, dann müssten wir rund vier Millionen Euro Planungskosten in den Wind schreiben.“ Abzüglich der Zuschüsse und Beteiligungen kostet der Steg die Stadt am Ende noch rund 13 Millionen Euro.

Der Wunsch nach einem Lückenschluss zwischen dem Westend und Neuhausen ist ein lang gehegter. Denn wer per Rad oder pedes die Bahntrasse an just jener Stelle überqueren will, ist auf die enge Hacker- oder die viel befahrene Donnersbergerbrücke angewiesen. Die Pläne dazu sind beinahe so alt wie die Stammstrecke. Doch der Stadtrat hatte erst 2015 den Bau letztlich beschlossen. Menges: „Das ist ein wichtiges Projekt als Querung. Und wir halten weiter daran fest, um die Situation für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern.“

Wann nach der neuerlichen Ausschreibung mit dem Projekt begonnen werden kann, ist derweil völlig offen. Für den ursprünglich im Vorjahr geplanten Bau hatte die Deutsche Bahn nämlich ein hochkomplexes Konzept erstellt, wann welche Gleise gesperrt und welche Umleitungen eingerichtet werden. Diese Planungen hatte die Verwaltung 2013 bei der DB beantragt. Nach den Erfahrungen des Baureferates ergeben sich neue Zeitfenster für Bauarbeiten an der viel befahrenen Stammstrecke wohl erst in einigen Jahren.

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