Betrüger in München

Das sind die Maschen der Trickdiebe und so können Sie sich schützen

Drei Trickdiebstähle innerhalb kürzester Zeit: Die Betrüger haben München fest im Griff. Opfer sind vor allem ältere Menschen. Hier erfahren Sie die häufigsten Maschen und wie Sie sich schützen können.

München - Im Stadtgebiet häufen sich derzeit die Betrugsfälle. Die Betrüger sind dabei recht einfallslos und benutzen häufig die gleiche Masche, wie der falsche Handwerker oder Pflegedienstmitarbeiter. Recht neu ist die Taktik der Betrüger sich als Mitarbeiter einer Kirche auszugeben. Die Kriminellen schrecken auch nicht davor zurück sich als Polizisten auszugeben. Aus dem Polizeibericht haben wir drei aktuelle Fälle, in denen drei der bekannten Maschen zur Anwendung kommen. 

Masche Nummer 1: Falsche Pflegedienstmitarbeiter

Eine bislang unbekannte Frau gab sich am Donnerstag, 11.Januar gegen 10.30 Uhr als Mitarbeiterin eines Pflegedienstes aus und erschlich sich so Zutritt zur Wohnung einer 84-Jährigen in der Deisenhofener Straße. Die unbekannte Frau gab, an die Wohnung inspizieren zu müssen und tat es auch. Als jedoch das Telefon klingelte, verließ sie plötzlich die Wohnung. Soweit bisher feststellbar, wurde aus der Wohnung nichts entwendet. Die 84-Jährige sprach im Laufe des Nachmittags mit einer Angehörigen über den Vorfall und regte sich dabei so darüber auf, dass sie gesundheitliche Probleme bekam und in ein Krankenhaus gebracht werden musste. 

Täterbeschreibung: 

Weiblich, ca. 50 Jahre alt, ca. 160-165 cm groß, normale Statur, bekleidet mit einer Steppjacke, bunter Mütze und einem Schal. 

Masche Nummer 2: Falsche Kirchenmitarbeiter

Bereits am Freitag, 12.Januar, gegen 11.30 Uhr wurde eine 76-Jährige in Milbertshofen, nachdem sie vom Einkaufen zurückkam, von einer unbekannten Frau vor ihrer Wohnung in der Keferloherstraße angesprochen. Die Frau stellte sich ihr als Kirchenmitarbeiterin vor und gab an, dass eine Person aus dem Haus ihre Wohnung haben möchte und sie deswegen Post vom Gericht bekäme. Die Unbekannte bot ihr Hilfe in Form des Herauftragens der Einkäufe an, um das Ganze in der Wohnung näher zu besprechen, berichtet die Polizei. 

Nachdem sich beide einige Zeit in der Wohnung aufgehalten hatten, kam noch ein weiterer unbekannter Mann dazu und fragte sie über Bargeld und ihre Rente aus. Nachdem sich der Mann verabschiedet hatte, ging die Frau mit der 76-Jährigen in das Esszimmer und führte dort das Gespräch weiter. Als die 76-Jährige jedoch nach dem Namen des Mannes fragte, verabschiedete sich die unbekannte Frau plötzlich und verschwand. 

Da dies der 76-Jährigen eigenartig vorkam, verständigte sie einen Angehörigen und stellte wiederum kurz darauf fest, dass aus einem Schrank und dem Geldbeutel Bargeld sowie Schmuck im Wert von mehreren hundert Euro entwendet worden waren. 

Täterbeschreibung:

Täter 1: Weiblich, ca. 60 - 70 Jahre alt, ca. 150 cm groß, schlank, sprach Hochdeutsch, bekleidet mit einer schwarzen Jacke. 

Täter 2: Männlich, ca. 60 Jahre alt, ca. 165-170 cm groß, schlank, kurze dunkle, glatte Haare, sprach Hochdeutsch, bekleidet mit einer schwarzen Jacke und beiger Stoffhose.

Masche Nummer 3: Falsche Handwerker

Am Montag gegen 13.30 Uhr wurde eine gerade vom Einkaufen zurückkommende 86-Jährige vor ihrem Wohnanwesen in der Rottmannstraße angesprochen. Der unbekannte Mann gab sich als Handwerker aus und hatte auch einen entsprechenden Ausweis umhängen. 

Der Mann teilte ihr mit, dass er auf der gegenüberliegenden Baustelle zu einem Wasserrohrbruch gekommen sei. Deshalb müsse er in ihrer Wohnung das Wasser überprüfen. Die 86- Jährige führte den Mann daraufhin direkt in ihr Badezimmer, wo der vermeintliche Handwerker das Wasser im Waschbecken aufdrehte. Er wies die 86-Jährige dazu an, durchgehend die Toilettenspülung zu betätigen. Währenddessen war die Badezimmertür so angelehnt, das man den Flur der Wohnung nicht einsehen konnte. Nach wenigen Minuten wies der Unbekannte die 86-Jährige an, noch einige Zeit die Toilettenspülung zu betätigen und verließ die Wohnung. 

Erst am Abend stellte die Rentnerin das Fehlen von Schmuck und Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro fest. Es ist nicht auszuschließen, dass sich während des Aufenthalts im Bad ein weiterer unbekannter Täter in die Wohnung begeben hat und diese nach Wertsachen absuchte.

Täterbeschreibung 

Männlich, ca. 30 Jahre alt, ca. 170 cm groß, rundes Gesicht, dicke Figur, dunkle, kurze Haare, sprach Deutsch mit Akzent, war nicht wie ein Monteur bekleidet, hatte eine Karte mit einer Kette um den Hals hängen, welche den Anschein eines offiziellen Ausweises hatte. 

Zeugenaufruf der Polizei

Wer hat im angegebenen Zeitraum in der Deisenhofener Straße, in der Keferloherstraße oder in der Rottmannstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

So können Sie sich vor Trickdieben schützen

Insbesondere ältere Leute sollten gegenüber angeblichen Pflegedienstmitarbeitern, Heizungsmonteure, Stromableser oder ähnliche Personen nicht allzu sorglos sein. Wenn nicht beispielsweise nicht bekannt ist, dass eine entsprechende Verbraucherablesung für das Wohnanwesen anberaumt ist, lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung. 

Auch bei vermeintlichen Schadensfällen, wie z.B. behaupteten Wasserrohrbrüchen, sollten Sie zuerst bei der Hausverwaltung, dem Hausmeister oder den Stadtwerken Nachfrage halten, ob die Behauptung der Wahrheit entspricht.

Seien Sie auch kritisch, wenn angebliche Behördenvertreter an Ihrer Wohnungstür vorsprechen; im Zweifelsfall lassen Sie sich Namen und Dienststelle einschließlich telefonischer Erreichbarkeit nennen und durch einen Rückruf die Wahrhaftigkeit der Angaben bestätigen.

Eine gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit! Ein Berechtigter wird für Ihre Nachfragen stets Verständnis haben.

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen 

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesen

In der S-Bahn: Bloßgestellt, weil Ticket angeblich ungültig war
In der S-Bahn: Bloßgestellt, weil Ticket angeblich ungültig war
TU-Warnung kursiert im Netz - Münchner Polizei ermittelt und beruhigt
TU-Warnung kursiert im Netz - Münchner Polizei ermittelt und beruhigt

Kommentare