Schreiben mit rassistischem Unterton

“Dreckschweine“: Münchner Restaurant erhält unfassbaren Silvestergruß

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Das Eclipse in der Maxvorstadt wurde in einem anonymen Schreiben verunglimpft.

In einem anonymen Schreiben sind die Betreiber eines Münchner Restaurants übel verunglimpft worden. Im Netz erhält der Inhaber Zuspruch.

München - Mit rauschenden Feierlichkeiten haben die Münchner das Jahr 2019 begrüßt. Auch beim israelischen Restaurant Eclipse in der Maxvorstadt knallten in der Nacht auf Dienstag die Sektkorken. „Wir hatten ein schönes Fest. Viele Nachbarn haben uns besucht und mit uns gefeiert“, ist auf der Facebook-Seite der Gaststätte zu lesen.

Offenbar waren von der Silvester-Sause im Eclipse jedoch nicht alle Anwohner angetan - das mussten die Betreiber am folgenden Nachmittag auf erschütternde Art und Weise feststellen. Gegen 16 Uhr entdeckte Inhaber Ben Malenboym einen Zettel an der Tür seiner Gaststätte. 

München: Schreiben an Restaurant mit rassistischem Unterton

Darauf werden er und sein Team als „Dreckschweine“ beschimpft, die die ganze Nacht „gesoffen, gefressen und geraucht“ und ihren Müll liegen gelassen hätten. Bei Anschuldigungen belässt es der anonyme Verfasser nicht. „Warum spenden Sie nicht das Geld für ihr armes Land, wo Sie herkommen. Der Dreck bleibt wieder liegen für die deutschen, fleißigen Müllmänner“, klingt auf dem Zettel seine eindeutig rassistische Gesinnung durch.

„Wie kann so etwas richtig sein“, klagt Betreiber Malenboym, der übrigens Weißrusse ist, auf Nachfrage der Abendzeitung. Bislang habe er als Gastronom kaum Probleme mit seinen Nachbarn gehabt. Das Eclipse in der Heßstraße betreibt der 41-Jährige seit dem Jahr 2007.

Eclipse-Inhaber will Zettel zur Polizei bringen

Mit seiner Empörung bleibt Malenboym nicht alleine. Den Zettel mitsamt schändlichem Silvestergruß hat der Gastronom auf Facebook veröffentlicht. Darunter finden sich zahlreiche Kommentare. „Schrecklich. Leider gibt es Menschen mit so einer fürchterlichen Einstellung“, schreibt eine Userin. 

Ein anderer hat für Malenboym einen dringlichen Rat parat: „Bringt diesen Rassismus und Antisemitismus zur Strafanzeige. So jemand macht es immer wieder.“ Diesem Vorschlag will der Eclipse-Betreiber nachkommen. Allerdings erst, nachdem er nach vielen stressigen Tagen etwas Zeit mit der Familie verbracht hat. „2018 war wunderbar. Ich hoffe, das nächste wird noch besser“, will sich der 41-Jährige den Jahresauftakt nicht verderben lassen.

lks

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