1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Maxvorstadt

Chaos beim Flex-Parken: Knöllchen-Flut an der Luisenstraße

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniela Pohl

Kommentare

Autos dürfen an der Luisenstraße in München vor der TU erst ab 23 Uhr parken. Doch viele Fahrer halten sich nicht daran.
Vogelwild: Räder stehen auf dem Gehsteig, weil die Radstellplätze auch tagsüber von Autos belegt sind. © Marcus Schlaf

Parkplätze in München sind rar. Beim Pilotprojekt namens Flex-Parken in der Luisenstraße in der Maxvorstadt sollten sich Räder und Autos Stellplätze teilen. Das läuft allerdings vogelwild.

München - Dienstagnachmittag vor der Technischen Universität (TU) an der Luisenstraße: Autos parken Stoßstange an Stoßstange – verbotswidrig! Denn: Schilder weisen darauf hin, dass auf den ausgewiesenen Stellflächen vor dem TU-Eingang zwischen 9 und 23 Uhr ausschließlich Räder abgestellt werden dürfen. Ab 23 Uhr sind die Parkplätze dann den Autos vorbehalten. „Flex-Parken“ nennt sich dieses Modell – zeitlich abwechselndes Parken von Rädern und Autos auf einer Stellfläche. Klingt gut. In der Praxis hapert es aber.

Parkplätze sind rar – nicht nur für Autos, sondern auch für Fahrräder. Vor allem in der Maxvorstadt, wo viele Studenten mit dem Radl zur Uni fahren, stehen Drahtesel oft kreuz und quer auf den Gehwegen. Um die „Fahrradabstellsituation zu verbessern“ hat die Stadtbaurätin am 30. April den deutschlandweit einzigartigen Pilotversuch an der Luisenstraße gestartet. Vorbild: das Fahrradland Dänemark, wo Flex-Parken bereits seit mehreren Jahren funktioniere.

Luisenstraße München: Falschparker werden regelmäßig verwarnt

Anders in München. Viele Autofahrer halten sich nicht an die Regelung, sagt ein Polizeisprecher auf tz-Anfrage: „Falschparker werden an der Luisenstraße regelmäßig verwarnt.“ Zehn Euro beträgt das Bußgeld, bei über einer Stunde Parken 20 Euro. Viel zu wenig, kritisiert Gesche Hoffmann-Weiss (SPD), stellvertretende Vorsitzendes des Bezirksausschusses (BA) Maxvorstadt. Der Pilotversuch war auch Thema in der jüngsten BA-Sitzung. „Wer falsch parkt, muss dann tatsächlich auch mal abgeschleppt werden“, fordert Hoffmann-Weiss.

Auch das Planungsreferat sieht Handlungsbedarf an der Luisenstraße. Auf tz-Anfrage teilt ein Sprecher mit: „Leider mussten wir feststellen, dass die neuen Regelungen bisher nur unzureichend beachtet worden sind. Daher werden wir in dieser Woche dort eine zusätzliche Infostele aufstellen, um noch deutlicher auf die Regelungen aufmerksam zu machen.“ Die Testphase soll bis zu zwei Jahre dauern. Danach sollen die Erfahrungen dem Stadtrat vorgelegt werden. 

Dienstagnachmittag vor der Technischen Universität (TU) an der Luisenstraße: Autos parken Stoßstange an Stoßstange – verbotswidrig!
Dienstagnachmittag vor der Technischen Universität (TU) an der Luisenstraße: Autos parken Stoßstange an Stoßstange – verbotswidrig! © Marcus Schlaf

ADFC fordert: Mehr dauerhafte Radparkplätze

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München kritisiert den Mangel an Rad-Abstellmöglichkeiten in München. „Besonders an

Münchner ADFC-Chef Andreas Groh
Münchner ADFC-Chef Andreas Groh. © Philipp Guelland / Philipp Guelland

Bahnhöfen wie dem Haupt- und dem Ostbahnhof werden gute Abstellmöglichkeiten dringend benötigt“, sagt der Münchner ADFC-Chef Andreas Groh. Vom Flex-Parken hält er wenig: „Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusehen, dass Flex-Parkplätze in einem Gebiet mit hohem Parkdruck rund um die Uhr von Autos besetzt sein würden. Wir fordern, dort zügig dauerhafte Radabstellanlagen einzurichten.“ Der überwiegend von Autos besetzte Platz in der Stadt müsse anders verteilt werden – zugunsten des Rads. „Auf einen Autoparkplatz passen acht bis zehn Fahrräder!“

Das Bündnis Radentscheid München sammelt Unterschriften für sein gleichnamiges Bürgerbegehren. Wer und was genau steckt eigentlich dahinter?  

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Maxvorstadt – mein Viertel“.

Von einer Knöllchenflut kann in München-Pasing nicht die Rede sein. Denn dort parken Autofahrer auf den Gehwegen, doch offenbar wird es von der Polizei und der Stadt gebilligt. 

Daniela Schmitt

Auch interessant

Kommentare