Empörung in der Türkenstraße

Zahlreiche Münchner müssen für „besonders schlimmes Projekt“ weichen: Jetzt legt Investor auch noch nach

Haus in der Türkenstraße
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Das Haus an der Türkenstraße 50, rechts im Bild. Hier sollen Luxuswohnungen entstehen.

Die Debatte um die „Hypo-Gentrifizierung“ in der Türkenstraße schwelt weiter. Ein neues Gesetz könnte theoretisch auch in München gelten.

München - Lange war es ein nervenzehrender Kampf zwischen Mietern und Eigentümer in der Türkenstraße 50. Ende Mai zog der letzte Mieter dann aus dem Gebäude aus. Im Juni wurde gleich der Bauantrag für den Neubau von Wohn- und Geschäftseinheiten gestellt. Nachdem das Nachbargebäude und ein Rückgebäude nebenan bereits abgerissen wurden, will der Investor nun auch das Rückgebäude der Nummer 50 abreißen und das geschützte Vorderhaus sanieren. Der Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt lehnte das einstimmig ab, genauso wie die dafür beantragten Baumfällungen und eine Änderung des Bauplans.

Immobilien-Plan in München schlägt hohe Wellen: „Besonders schlimmes Projekt“

Das Vorhaben an der Türkenstraße sei ein „besonders schlimmes Projekt der Hypo-Gentrifizierung“, fasst Ruth Gehling (Grüne) zusammen. Insgesamt mussten 60 Mietparteien dem Luxus-Neubau der „Legat Living“ weichen, der sogar drei Wohneinheiten weniger vorsieht, als bisher vorhanden waren.

Im Bezirksausschuss bedauert man, dass das vom Bundestag beschlossene Baulandmobilisierungsgesetz noch nicht auf Landesebene umgesetzt wurde. Deswegen forderten die Grünen und SPD in einem gemeinsamen Antrag, „die Bestimmungen des Baulandmobilisierungsgesetzes für Bayern schnellstmöglich anwendbar zu machen“. Dieses Gesetz strebt an, Vorgänge wie hier an der Türkenstraße zu verhindern.

Hoffnung, dass Gesetz auch in München durchgesetzt wird

So soll etwa die spekulative Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen gestoppt und das kommunale Vorkaufsrecht erweitert werden, damit Mieter „besser vor Verdrängung geschützt“ werden. Der Forderung, dass dieses Gesetz nun auch in Bayern und damit in München* durchgesetzt wird, wurde im Gremium mehrheitlich zugestimmt. *tz..de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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