Wegen des Brandschutzes

Bezirksausschuss grantig über Verordnung: Diese Münchner Kirche ist brandgefährlich

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In der Kirche St. Markus darf die Politik künftig nicht mehr tagen. 

In der Kirche St. Markus in der Gabelsbergerstraße in München darf die Politik künftig nicht mehr tagen. Wegen des Brandschutzes. Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat ist sauer. 

München - Dass es so mancher Münchner mit Ludwig Thomas Münchner im Himmel hält und der Politik göttliche Eingebungen wünscht, ist das eine. Dass aber der Bezirksausschuss 3 (Maxvorstadt) seine Bürgerversammlung nicht mehr in der angestammten Kirche St. Markus in der Gabelsbergerstraße abhalten darf - da flucht so mancher innerlich. Ganz wie der Erzengel Aloisius. Aber es ist wahr: Die Politik darf hier nicht mehr tagen.  Wegen des Brandschutzes. Konzerte und Gottesdienste sind in der evangelischen Kirche hingegen weiterhin erlaubt. 

Michael Mattar (65), den Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat, macht das grantig. „Ich habe dem Bezirksausschuss die Information gegeben. Meine Vermutung ist: Bei Bürgerversammlungen weiß man nie, wie viele kommen - bei Konzerten kann man es anhand des Kartenvorverkaufs abschätzen. Aber bei einer Messe…?“ Nein, das läuft anders. BA-Vorsitzender Christian Krimpmann (CSU) hat sich schlau gemacht. „Aber ich ärgere mich auch und kann das schwer nachvollziehen“, sagt der 41-jährige Polizist. „Doch es ist rechtmäßig.“ 

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Wegen des Brandschutzes: Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat ist grantig

Und das ist der Grund: Für Bürgerversammlungen greift die relativ junge, neue Versammlungsstätteverordnung - „und diese Vorgaben sind wohl die strengsten überhaupt“, sagt Krimpmann. „Strenger als das, was eine Kirche oder ein Konzertsaal machen muss.“ Seit der Verordnung gibt’s Probleme für die Stadtteil-Politiker, in der Maxvorstadt Örtlichkeiten zu finden, wo die Bürger mit der Politik in Austausch treten. Krimpmann erinnert sich, dass er im Stadtteil ein Angebot vom Ägyptischen Staatsmuseum erhielt - „aber ich gebe doch keine 8.000 Euro Saalmiete an Steuergeldern aus“, sagt er. 

Weiteres Problem - „nachvollziehbar und auch wieder nicht“, so der CSU-Mann: Der Freistaat hilft der Stadt nicht aus. Räumlichkeiten gäbe es schon, etwa in den Pinakotheken oder den Universitäten. Die gehören aber nicht zur Stadt, sondern zum Staat. Weiterer Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist: „Die Markuskirche ist bei den Bürgern etabliert, niemand ändert gern seinen angestammten Raum.“ 300 bis 400 Leute müsse man unterbringen können. Letzter Ausweg Stadtteilwechsel? Da winkt Krimpmann entnervt ab: „Die Versammlungen müssen zwingend in der Maxvorstadt sein. Sonst können wir gleich aufhören.“ 

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