Aktion mit großer Unterstützung durch Leser von Merkur und tz

Ein Hoch auf Vincis Helfer! So viel sammelten Schulkameraden für Freund, der nach Unfall gelähmt ist

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Sie haben viel für ihren Freund erreicht: (v. li.) Franz Oehler, Merlin Soller, Fynn Hirrlinger, Felix Tenbörg, Max Salat und Tim Texter.

Diese Freundschaft ist unbezahlbar: Mit der Spenden-Aktion für ihren Schulkameraden Vincent haben sechs Freunde schon 90 000 Euro gesammelt. Mehr als die Hälfte davon gaben Leser von Merkur und tz.

  • Der 17-Jährige Vincent aus München ist seit einem Skiunfall von der Brust abwärts querschnittsgelähmt.
  • Sechs seiner Schulkameraden vom Wittelsbacher Gynasium in München starteten eine Sammelaktion für ihren 
    Freund.
  • 90 000 Euro sind dabei gesammelt. Das Geld soll Vincent den Weg zurück ins Leben erleichtern.

Manchmal kann man Dinge nicht direkt sagen, sondern muss Botschaften auf besondere Weise überbringen. Bei einer so fantastischen Nachricht, wie sie Merlin Soller im Gepäck hatte, umso mehr. Deswegen ließ er seine Kumpels schätzen: „Ratet mal, was rausgekommen ist“, sagte er nach den Weihnachtsferien zu Franz Oehler, Fynn Hirrlinger, Felix Tenbörg, Max Salat und Tim Texter. Zusammen hatten die sechs Teenager im Dezember eine Spendenaktion für ihren Freund Vincent gestartet, der nach einem Skiunfall von der Brust abwärts querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzen muss.

Mit dem Geld soll Vincent der Weg zurück ins Leben erleichtert werden

Wie viele Spenden wohl eingegangen waren? Die Antworten der Schulkameraden waren eher vorsichtig. „Zuerst wurde ich gefragt, ob die Höhe vierstellig ist“, sagt der 17-Jährige. Dann wurden einige Zahlen genannt. „Aber keine über 10 000 Euro.“ Umso größer war die Freude, als Merlin die Bombe platzen ließ. Unglaubliche 90 000 Euro hat die Aktion eingebracht, Geld, mit dem Vincent der Weg zurück ins Leben erleichtert werden soll.

Große Dankbarkeit: Dass bei der Spendenaktion so viel Geld, auch von den Lesern des Münchner Merkur zusammengekommen ist, rührt Vincent und seine Mutter Bettina Herborn sehr.

„Auf so viel hätten wir nie gehofft“, sagt der Jugendliche und ist einfach nur dankbar. Auch den vielen Lesern, die mit ihrem großen Herzen einen gewichtigen Anteil an der Spendenflut haben. 55 000 Euro gingen allein ein, nachdem der Merkur und die tz kurz vor Weihnachten über die Aktion der Freunde berichtet hatte. „Das ist sehr, sehr beeindruckend.“ Die große Herzensgüte berührt die Schüler des Wittelsbacher Gymnasiums.

Vincent ist derzeit in speziellem Therapiezentrum

Genauso wie Vincent, der sich derzeit in einem speziellen Therapiezentrum in Pforzheim auf die Rückkehr nach München und an die Schule vorbereitet. „Wir sind total begeistert“, sagt seine Mutter Bettina Herborn. Sie ist an seiner Seite seit dem Skiunfall an Ostern 2019, bei dem der 17-Jährige auf einer Rampe zu weit geflogen, nicht auf dem Luftkissen gelandet, sondern schwer gestürzt war. Sie unterstützte ihn in all den Monaten, in denen er mit schwersten inneren Verletzungen im Krankenhaus um sein Leben kämpfte. Irgendwann konnte Vincent die Intensivstation und Beatmungsmaschine hinter sich lassen. Er bleibt ein Kämpfer und schaut mit seiner Familie nach vorne.

Merlins Mutter Susanne Soller unterstützt Vincents Freunde bei allen organisatorischen Fragen.

An Weihnachten ist sie bereits in eine neue Wohnung im Erdgeschoss umgezogen, bis Ende Februar wird Vincent auch fest dort sein. Die Wohnung braucht eine Rampe und einen Bad-Umbau, die Familie ein entsprechendes Auto, in dem man einen Rollstuhl mitnehmen kann. Dazu noch eine spezielle Betreuung und Therapien: Das alles kostet. Wie viel? „Wir können das noch gar nicht absehen“, sagt Bettina Herborn. Umso dankbarer ist sie über die Unterstützung. Was ihr durch den Kopf geht: Es haben ja nicht nur Freunde und Bekannte gespendet. Vincents Schicksal hat auch viele, viele fremde Menschen bewegt, die ihm helfen wollen. Das bedeutet der Familie viel.

Gerührt, begeistert und überwältigt ist auch Merlins Mutter Susanne Soller, die die Heranwachsenden bei der Spendenaktion unterstützt hat. Ein besonderes Projekt, das zwar einige Zeit gekostet hat. Für die Neuhauserin bleibt die Organisation – angesichts der großen Hilfsbereitschaft, die folgte – aber das Beste, was sie je getan hat. „Jede Minute war es wert.“

Wer noch helfen möchte ... 

Wer noch helfen möchte, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen: Fridericke und Wolfgang Erlenbach-Stiftung; Stichwort Vincent; IBAN: DE76 7019 0000 0000 3364 40, BIC GENODEF1M01. Bei Beträgen über 200 Euro wird eine Spendenbescheinigung der Stiftung ausgestellt. Dazu müssen Name und Adresse angegeben werden. Bei Spenden unter 200 Euro gilt der Überweisungsnachweis als Spendenbeleg.

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