Nach Ärger um Türkenstraße

Neue Partyzone München: Das ist der Feiermeilen-Plan

WM 2006: Für die vielen Feiernden wurde damals die Leopold- und die Ludwigsstraße gesperrt. Jetzt wieder?
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WM 2006: Für die vielen Feiernden wurde damals die Leopold- und die Ludwigsstraße gesperrt. Jetzt wieder?

In München finden gerade Partys unter freiem Himmel statt. Stichwort: Türkenstraße. Jetzt auch noch die EM 2021. Nun liegt ein Plan auf dem Tisch. Aber noch kein Beschluss.

München - Lärm, Dreck Ärger: Die Türkenstraße ist zur Feiermeile geworden. Anwohner sind sauer, die Politik ist alarmiert. Im Rathaus gibt es nun verschiedene Lösungsansätze, dem Vernehmen nach wird sogar über ein Alkoholverbot diskutiert! Der Ausgang ist offen.

Doch es gibt auch andere Ansätze. Nach tz-Informationen wird ein Gedanke konkret: Die Ludwigstraße könnte in Teilen von Freitag, 24 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, für den Verkehr gesperrt werden. Damit hätten Feiernde einen Raum und die Türkenstraße wäre entlastet. Wie weiter zu erfahren war, soll es am heutigen Dienstag diverse Anträge zum Thema Türkenstraße geben, darunter weitere Ideen, um den Problemen Müll, Dreck und Lärm Herr zu werden. „Wir wollen agieren, nicht reagieren“, sagt ein Politiker. Der Feiermeilen-Plan!

München: Fanmeile zur WM 2006 als Vorbild

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Ludwigstraße derart genutzt würde. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beispielsweise war sie für Autos gesperrt und Teil der Fanmeile in München. Aber auch für Veranstaltungen wie den München-Marathon und Straßenfeste wie das Streetlife Festival, St. Patrick’s Day-Parade oder die Münchner Bladenight werden Autos kurzzeitig verbannt. Nun war aus dem Rathaus zu hören, dass sich die Politik solche Sperrungen zum EM-Wochenende hin gut vorstellen kann. Einen Beschluss dazu gibt es noch nicht. „Es wäre sinnvoll“, sagt ein Stadtrat. „Ich kann verstehen, dass junge Leute auf die Straße gehen. Die Jugend ist während der Bekämpfung der Pandemie nicht ausreichend berücksichtigt worden.“

Jubel ohne Grenzen 2006 beim Viertelfinal-Spiel Deutschland gegen Argentinien.

München: Feiermeile auf der Ludwigstraße

Beim zuständigen Bezirksausschuss Maxvorstadt stößt die Idee schon mal auf Gegenliebe. „Es ist eine spannende Überlegung“, sagt BA-Chefin Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne). „Wir brauchen eine Entlastung der Anwohnerstraßen, die Jugendlichen wollen verständlicherweise feiern, die verschwinden ja nicht einfach.“ Zudem seien die Clubs nach wie vor geschlossen, und das Feiern draußen sei derzeit immer noch besser als das Feiern drinnen. Die Idee einer Feiermeile auf der Ludwigstraße sei auch deshalb charmant, da sich das Vorhaben relativ rasch umsetzen lasse. „Das wäre eine schnelle Aktion, um mal etwas auszuprobieren. Die Menschen wollen ja nicht bis September warten, ehe das in allen Gremien diskutiert worden ist.“

Jarchow-Pongratz würde sich darüber hinaus noch mehr dezentrale Angebote wünschen. „Wir brauchen stadtweite Konzepte, wenn wir den Problemen nicht hinterherlaufen wollen.“ Die Theresienwiese sei als Bereich zum Feiern ebenfalls vorstellbar. „Man muss das Feiern mehr entzerren.“

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