Musikfest für Flüchtlingshelfer

Danke-Konzert: So haben die Münchner den Abend erlebt

Gänsehautmoment: Bei einer Schweigeminute gibt's ein Sternemeer aus Handy-Lichtern.

München - Es war der Abend der großen Herzen: Das große Dankeskonzert am Königsplatz bot viele große Momente. Wir haben die Münchner gefragt, wie sie die Veranstaltung erlebt haben - und was ihnen dabei wichtig war.

So kalt, aber auch so warm. Die Kälte kam von außen – wie das bei einem Open-Air-Konzert an einem Oktober-Abend auch nicht anders zu erwarten ist. Die Wärme: Das waren die Herzenswärme und Menschlichkeit – wie das wiederum bei einer Veranstaltung im Zeichen der Hilfe für Flüchtlinge nicht anders zu erwarten ist. 24.000 Menschen kamen am Sonntagabend zum großen Konzert auf dem Königsplatz.

Unter dem Motto Wir – Stimmen für geflüchtete Menschen hatte das Bündnis Bellevue die Monaco um Kleinkunst-König Till Hofmann zu einem Abend voller Musik geladen. Bei freiem Eintritt: Schließlich war dieser Abend vor allem ein Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz der vielen Helfer, die in den vergangenen Wochen ihre Gastfreundschaft unter Beweis gestellt haben. Sie haben für Bilder gesorgt, die um die Welt gingen – in jenen Tagen, als sich die Flüchtlinge auf den Weg von Ungarn nach Deutschland machten. Als an einem einzigen Wochenende über 20.000 Menschen hier ankamen. Als sie ihre Odyssee fürs Erste beendeten, wurden sie am Hauptbahnhof mit Applaus empfangen, und fast 5000 Menschen meldeten sich allein hier in München, um den Ankömmlingen zu helfen. Mit Wasser, mit Schlafsäcken, mit Unterstützung bei der Suche nach Quartieren.

Vor gut einer Woche hatten dann Till Hofmann, das Bündnis Bellevue di Monaco und die Sportfreunde Stiller die Idee des Danke-Konzerts für die Willkommenskultur geboren. Gleichzeitig wollten die Organisatoren diesen Abend aber auch als einen Aufruf verstanden wissen – als einen Aufruf, weiterzumachen, weiterhin zu helfen. „Es ist der richtige Zeitpunkt für ein Signal für die Willkommenskultur“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (57, SPD), der den Stadtrat nicht lange darum bitten musste, dass die Stadt 150.000 Euro für die Sachkosten für das Konzert beisteuert. Die Künstler verzichten auf Gage für ihre Auftritte. Ihre Musik war es, die den Königsplatz gestern bis in den späten Abend erfüllte.

Und so haben die Münchner den Abend erlebt

Estella B. (19):  Ich bin hier, um den vielen Flüchtlingshelfern zu danken. Es zeugt von großer Menschlichkeit, wenn sich die Bürger Münchens vereinen, um freiwillig zu helfen. München ist eine reiche Stadt, dennoch war ich von der großen Hilfsbereitschaft sehr überrascht.´

Christian F. (48):  Als Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz habe ich das unermüdliche Engagement der Helfer hautnah mitbekommen. Die Humanität unter den Freiwilligen war großartig und es ist eine super Idee, diese nun mit einem Konzert zu honorieren.

ALISA B. (19): Es geht mir hier wirklich um die Sache. Die Bands höre ich privat kaum. Mich hat die freiwillige Hilfe der Münchner zutiefst beeindruckt. Mit dem Konzert wird ein positives Zeichen gesetzt – und das unterstütze ich. 

Manfred K. (66):  Die Bands interessieren mich, aber ich will auch die Stimmung hautnah miterleben. Kritisch bei der Flüchtlingsaufnahme sehe ich, ob es möglich sein wird, sich ausreichend um die Menschen zu kümmern.

Jacob (14) mit Papa Michael C. (55): In Gräfelfing habe ich mitgeholfen und mit Flüchtlingskindern gespielt. Es ist eine fantastische Idee, den vielen Freiwilligen mit so einem tollen Konzert zu danken.

Elisabeth E. (61):  Bei der Diakonie habe ich Kleider sortiert. Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, die Flüchtlinge zu integrieren und dass das Engagement nicht erlahmt. Ich bin hier, weil ich ein kleines Zeichen gegen die rechten Stimmen setzen möchte.

Miriam K. (21):  Als freiwilliger Flüchtlingshelfer bin ich überzeugt davon, dass wir das schaffen, wenn alle mit anpacken. Das Konzert setzt ein positives Zeichen für Deutschland. Cool, dass Künstler wie die Sportfreunde Stiller hier sind. Sie können etwas bewirken.

Manfred K. (61): Ich bin heute mit 16 Flüchtlingen hier. Ein Syrer hat bei einer Detonation sein Gehör verloren. Also habe ich versucht, ihm und den anderen Dreiviertelbluts Deifidanz vorzumachen. Jetzt bin ich gespannt auf die Sportfreunde Stiller, den Namen hab ich schon gehört!

Greg (40) und Sabine (37) mit Jan (6) und Nils (7): Wir sind gerade von London nach München gezogen – toll, was die Münchner leisten! Deutschland verhält sich vorbildlich. Wir sind heute hier, weil unsere Kinder schon so früh wie möglich sehen sollen: Die ganze Welt kann zusammenwachsen.

Yosuf J. (23) aus Syrien: Ich bin seit Juni in Deutschland. Heute bin ich mit meinem Bruder Hamza gekommen, er ist zwölf Jahre alt. Er steht jetzt mit unseren deutschen Helferfreunden vor der Bühne. Wir mögen Popmusik und auch das Konzert ist toll – auch wenn wir die Menschen auf der Bühne nicht verstehen.

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