Stadt München ist entsetzt

Video vom NS-Dokuzentrum: Nazis dürfen nun doch demonstrieren

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Zehn Nazis demonstrierten gegen das NS-Dokuzentrum - die Gegendemonstranten waren aber deutlich lauter.

München - Der Münchner Neonazi Philipp Hasselbach darf mit seinen Leuten heute gegen die Eröffnung des NS-Dokuzentrum demonstrieren. Die Stadt ist entsetzt.

Nazi-Demo: Stadt München hatte zunächst ein Verbot ausgesprochen

Die Stadt München hatte das zunächst verboten. Nun gab der Bayerische Verwaltungsgerichtshof Hasselbach Recht. Er darf nun zwar nicht wie geplant auf dem Karolinenplatz demonstrieren - aber an der Max-Joseph-Straße 9. Diesen Platz hat ihm das Kreisverwaltungsreferat zugewiesen.

Er liegt ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz, wo das Dokuzentrum heute mit viel Prominenz und Zeitzeugen feierlich eröffnet werden soll.

KVR-Referent: "politisch unerträglich"

Im Gespräch mit dem Münchner Merkur zeigte sich Münchens Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) am Mittag entsetzt über die Entwicklung, "Wir wollten uns einfach nicht vorstellen, dass an diesem historisch bemerkenswerten Tag mit dieser Symbolkraft Neonazis auftreten dürfen", sagte er. Das sei "politisch unerträglich".

Die Stadt habe das Verbot aber auch rechtlich gut begründet - unter anderem damit, dass Nazi-Opfer so noch einmal verletzt würden. Das Gericht sah das laut Blume-Beyerle nicht als erwiesen an. "Sollen wir das etwa noch mit Attesten nachweisen?", schimpfte er am Donnerstag. Die Kundgebung am Nachmittag ist für zehn Personen angemeldet. Eine Gegendemonstration ist dem Kreisverwaltungsreferat zur Stunde noch nicht bekannt.

Felix Müller

Erste Einblicke ins NS-Dokuzentrum

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