Uneinigkeit im Stadtrat

Radweg im Bahnhofsviertel: Lösung wieder vertagt

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Ohne Spur: Ein Radler auf der Elisenstraße.

Vor allem in West-Ost-Richtung ist das Bahnhofsviertel für radfahrer gefährlich: Es gibt bis zur Sonnenstraße und zum Stachus keine Radwege. Der Stadtrat will Abhilfe schaffen, doch wann und wie ist völlig unklar. 

München - Die Stadt München sieht sich außerstande, die Radweg-Situation im Bahnhofsviertel zu verbessern. Das wurde am Mittwoch im Planungsausschuss bekannt. Mehrere Parteien hatten eine Route für Radler zwischen Hauptbahnhof und Stachus angemahnt. Die soll aber erst kommen, wenn der neue Bahnhofsvorplatz fertig ist. Die Neugestaltung kommt aber frühestens 2030.

Die Situation ist chaotisch

Das Bahnhofsviertel ist für Radler ein Bermudadreieck – gerade in West-Ost-Richtung. Es gibt bis zur Sonnenstraße und zum Stachus keine Radwege. Dafür herrscht auf Schwanthaler- und Elisenstraße viel Auto- und Tramverkehr, Bayer- und Prielmayerstraße sind Einbahnstraßen, die Schützenstraße ist Fußgängerzone. Die Rathaus-SPD um Bettina Messinger hat das Problem 2014 erkannt und die Verwaltung gebeten, eine Radwegverkehrsführung zwischen Bahnhof und Altstadt zu entwerfen. 2015 folgten konkrete Anträge für Radlspuren in Schwanthaler- und Elisenstraße. Auch die Grünen machten sich 2016 für einen Radweg stark, da die Stadtwerke die Straße ohnehin für neue Fernwärmeleitungen aufrissen.

Bahnhofsplatz - autofrei oder nicht?

Doch am gestrigen Mittwoch präsentierte das Planungsreferat dem Stadtrat eine Vorlage, die wortreich erklärte, dass die Sache schwierig sei. An Stachus und Elisenstraße müsste man für Radwege Autospuren opfern. „Das sieht man auf den ersten Blick,“ ärgerte sich Messinger. „Dass es zwei Jahre für diese Aussage dauerte, ist ein Armutszeugnis.“ In der Vorlage hieß es, die Umsetzung könne „frühestens Ende 2017“ beginnen. Es wurde aber klar, dass es viel länger dauern wird. OB Dieter Reiter (SPD) wies daraufhin, dass erst klar sein müsse, wie die künftige Verkehrsführung am Bahnhofsplatz aussieht. Die SPD will ihn autofrei, die CSU nicht.

Radweg erst 2030?

Die Neugestaltung kommt aber frühestens 2030. Messinger: „So lange will ich nicht warten. Wenn wir uns Radlhauptstadt nennen, muss es eine vernünftige Route vom Hauptbahnhof zur Altstadt geben.“ Paul Bickelbacher von den Grünen assistiert: „Wenn es jetzt noch über zehn Jahre dauert, bis die künftige Verkehrsführung umgesetzt wird, kann man bis dahin auch einen Radweg einrichten.“ Der Ausschuss gab dem Antrag von Stadtbaurätin von Stadtbaurätin Elisabeth Merk statt, weitere 30.000 Euro für zusätzliche Untersuchungen in die Hand zu nehmen.

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