Toiletten als Geheimtipp

Sex-Treffen in Münchner Uni-Gebäude: LMU reagiert

Im umkringelten Bereich geht's offenbar rund.

München - Auf dem Gelände der LMU kommt es offenbar zu regen Sex-Treffen. Die Uni ist alarmiert und will dagegen vorgehen.

Die Uni ist zum Lernen da - und die dortigen Toiletten zum Verrichten der Notdurft. Was so logisch klingt, ist aber in bestimmten Sanitäranlagen der LMU keineswegs selbstverständlich. Denn offensichtlich hat sich ein spezieller Toilettenbereich dort zum Treff für anonymen Sex unter Schwulen entwickelt.

Ein Archivfoto von der Amalienstraße aus, links ist die Adalberthalle von außen zu sehen.

Es handelt sich um die Anlage in der so genannten Adalberthalle an der Ecke Amalienstraße/Adalbertstraße. In einem einschlägigen Forum finden sich 50 Einträge, in denen sich geneigte Personen über den so genannten "Klappensex" im dortigen Uni-Klo austauschen. Unter "Klappensex" versteht man im Szene-Jargon den anonymen Sex unter Unbekannten.

Alleine aus dem letzten Monat datieren drei Einträge. In einem beklagt sich ein User, dass die Toiletten schon um 17 oder 18 Uhr abgeschlossen werden. Doch das ist offenbar kein Hindernis. "Mittags und Nachmittags läuft ab und zu immer was, und auch danach hängen ab und zu Leute in der Nähe der Adalberthalle ab. Manche Leute dort sind auch nur Studenten, aber bei anderen ist schnell klar wofür die dort sind. Man kann sich über Blicke verständigen und sich gegenseitig zu anderen Toiletten im Gebäude folgen."

Ein anderer Nutzer hofft, dass bald auch noch eine zweite Toilette dort zum Treffpunkt wird. Vor rund einem Jahr hieß es noch: "Tolle junge Leute von Montag bis Samstag bis 19:00 Uhr. Mehrere Möglichkeiten, um Spaß zu haben!"

Uni ist alarmiert - und will aktiv werden

Wie eine Anfrage unserer Onlineredaktion ergab, ist der Polizei kein entsprechendes Problem bekannt. Der Uni hingegen durchaus. "So etwas passiert dort, das wissen wir", erklärt Sprecherin Katrin Gröschel. Zumindest gelegentlich werden Studenten davon gestört. Es sei in den vergangenen Jahren zweimal zu Beschwerden gekommen.

Die Uni-Sprecherin verweist darauf, dass die Toiletten inzwischen früher zugesperrt werden. Doch das hat das Problem offenbar nicht gelöst, sondern nur verlagert, wie obige Einträge zeigen. Die Uni will in dieser Sache nun aktiv werden: "Wir haben jetzt ein Auge darauf", so Gröschel, "und informieren unser Sicherheitspersonal gesondert darüber."

Wie ein Polizeisprecher erklärt, kann die Uni jeden wegen Hausfriedensbruch anzeigen, der die dortige Toilette für Sex zweckentfremdet. Wenn dies für andere hörbar ist, kann es sich sogar um Erregung öffentlichen Ärgernisses handeln, wenn sich Menschen vor Unbeteiligten entblößen, kann sogar § 183 aus dem Strafgesetzbuch - Stichwort "Exhibitionistische Handlungen - zum Einsatz kommen. Also keineswegs Kavaliersdelikte.

Die LMU setzt auf Hinweise, wenn jemand etwas "Verdächtiges" bemerkt. Für Sprecherin Gröschel ist klar: "Wer aufs Klo möchte, soll es können, unsere Studis erst recht." Und zwar ohne Menschen, die dort auf den schnellen Sex aus sind.

lsl.

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38. In München gibt es 50 000 leere Grabstätten. © Symbolfoto: Jantz

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