Staatliche Antikensammlung

Anschlag auf Athene: Bronze-Diebstahl in der Mainacht

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Der Athene wurde die Lanzenspitze abgebrochen, das untere Stück gestohlen.

München - Der Athene auf den Stufen der Staatlichen Antikensammlung am Königsplatz ist in der Freinacht eine Bronzeschale geklaut und die Lanzenspitze abgebrochen worden. Und das ausgerechnet kurz bevor die Statue umziehen sollte.

Als der Frühdienst am 1. Mai um 6.15 Uhr die Statue der Athene auf den Stufen der Staatlichen Antikensammlung am Königsplatz erblickte, dachte er erst an einen üblen Mai-Scherz. Die Lanzenspitze – jemand hat sie abgeknickt!

Mittlerweile ist klar: Da müssen Metalldiebe am Werk gewesen sein. Sie haben auch noch zwei Bronzeteile gestohlen. „Das ist sehr ärgerlich – und könnte ein Schaden von mehreren Tausend Euro bedeuten“, sagt Sammlungsdirektor Florian Knauß.

Täter "haben sich gezielt die drei Bronzeteile ausgesucht"

Wütend über die Zerstörung: Florian Knauß, Direktor der Staatlichen Antikensammlung.

„Vielleicht haben die Diebe die unruhige Mainacht genutzt, um nicht entdeckt zu werden“, mutmaßt Knauß. Fakt ist: Ohne Leiter und Werkzeug kann das nicht funktioniert haben. Denn die Statue ist an der höchsten Stelle über vier Meter hoch (s. Kasten unten). „Dort oben haben die Täter erfolglos versucht, die Bronzespitze abzubrechen. Sie haben sich gezielt die drei Bronzeteile ausgesucht – und bei zwei anderen Teilen waren sie leider erfolgreich. Der fest verschraubte Lanzenschuh, also das Endstück, wurde ebenso abmontiert wie die 30 Zentimeter große Bronzeschale, die mit Athenas Hand verschraubt war. Ich schätze, dass da kräftige Männer am Werk waren.“

In 14 Tagen hätte die Statue in die Glyptothek umziehen sollen

Auch die Bronzeschale (Durchmesser 30 cm) wurde abmontiert.

Mittlerweile ermittelt die Münchner Polizei wegen Diebstahls. Besonders ärgerlich: In 14 Tagen hätte die Statue in die Glyptothek umziehen sollen. „Da wäre sie sicher gewesen.“ Nun muss der Umzug warten. Denn das Kunstwerk muss erst wieder repariert werden. Florian Knauß ist wütend: „Die Kosten sind noch nicht genau absehbar. Auf jeden Fall sind sie viel zu hoch für ein öffentliches Museum, das bekanntlich nie im Geld schwimmt.“

Über so eine Zerstörung sei bestimmt auch der Steuerzahler nicht erfreut – die Statue wurde aus öffentlichen Mitteln finanziert. Knauß: „Traurig ist: Dieser Fall zeigt, dass man Kunst im öffentlichen Raum nur bedingt aufstellen darf – offenbar hat nicht jeder einen Sinn dafür …“

Nina Bautz

tz-Stichwort "Athene"

Athene oder auch Athena ist in der griechischen Mythologie die Schutzgöttin und Namensgeberin Athens. Sie gilt als Göttin der Städte, der Weisheit, des Kampfes sowie der Künste und Wissenschaften. Die Statue der Antikensammlung wurde zur Götterausstellung im Juli 2012 von Steinrestauratoren nach antikem Vorbild gefertigt. Das Original steht im Museum. Bis zur Lanzenspitze ist sie 4,50 Meter groß, der Sockel misst noch mal 1,20 Meter. Ohne Sockel wiegt die Statue 600 Kilo. Der Körper ist aus Kunstmarmor, einzelne Teile sind aus Bronze. Die Staue hat mit Fertigungs- und Aufbaukosten etwa 50.000 Euro gekostet.

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