"Shining"-Nachfolger "Doctor Sleep"

Stephen King stellt Roman im Circus Krone vor

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Horror-Haudegen Stephen King (66) stellte sein neues Buch im Circus Krone vor.

München - Der King im Circus Krone – am Dienstagabend war’s so weit: Der Meister des Horrors, Stephen King, gastierte in der Stadt. Im Gepäck hatte er seinen neuen Roman Doctor Sleep.

King setzt hier um, was ihm schon seit Jahren im Kopf rumspukt: eine Fortsetzung seines Mega-sellers The Shining – im Zentrum, klar, steht Dan Torrance (einst der kleine Danny), dessen Leben kurz und präzise nachgezeichnet wird. Inklusive Alkoholismus und einem Aha-Erlebnis, das ihn auf die richtige Bahn bringt.

Und wie das so ist bei Fortsetzungen, denen ein Bestseller vorausgeht: Alles muss getoppt werden. Der hellsichtige Dan bekommt sozusagen Nachwuchs von einem Backfisch. Die junge Dame verfügt allerdings nochmals über deutlich gesteigerte übersinnliche Kräfte, schon seit ihrer frühen Kindheit. Gemeinsam müssen Dan und Abra (so heißt das Mädel) das absolut Böse bekämpfen. Und der Showdown, Sie ahnen es, findet auf dem Gelände statt, auf dem einst das Hotel Overlook stand – Schauplatz des Shining-Buches.

Kurzweilig liest sich’s, routiniert und souverän skizziert der 66-Jährige Zeitabläufe und Personen. King ist (wieder) dann am stärksten, wenn er das Übersinnliche einfach mal beiseite lässt und ganz geerdet von Menschen schreibt. Das Erweckungserlebnis Dans, das ihn vom Alk losbringt, ist tief anrührend und schockierend in einem.

Apropos schockierend: King erklärt im Nachwort, dass er nicht so recht verstehen kann, dass sich so viele Menschen bei Kubriks Shining-Verfilmung so gruseln. Und empfiehlt, logisch, sein Originalbuch. Allerdings: Wer sowohl King als auch Kubrik liebt, der wird wohl nach der Lektüre zustimmen: An den Film kommt zumindest Doctor Sleep auf keiner Seite heran.

Matthias Bieber

Doctor Sleep

Heyne, 699 Seiten, 22,99 Euro

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